Ernährungsumschau
© Ryan McVay / Digital version / Thinkstock
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Mehr als 140 Gene beeinflussen Übergewicht

  • 16.02.2015
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In einer kürzlich publizierten Assoziationsstudie hat ein internationales Forscherteam für über 140 Gene einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Übergewicht und Adipositas nachgewiesen. War für einige der Gene der Zusammenhang bereits bekannt, konnten die Forscher auch völlig neue Genorte identifizieren. Einige dieser Genorte weisen auf eine Beteiligung des zentralen Nervensystems hin. 

Die Wissenschaftler des internationalen GIANT (Genetic Investigation of Anthropometric Traits)-Konsortiums analysierten das Erbgut von über 300 000 Individuen: Dabei fanden sie für mehr als 140 Gene einen Zusammenhang mit erhöhtem Körpergewicht. Folge von chronischem Übergewicht können Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sein. An GIANT sind auch Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München beteiligt, einige der ausgewerteten Datensätze stammen aus den deutschen KORA-Studien*.

Die Genorte sind in unterschiedlichem Ausmaß mit verschiedenen Merkmalen von Übergewicht assoziiert, wie Taillenumfang, Fettverteilung oder Body-Mass-Index (BMI). Einige der 97 mit einem erhöhten BMI-assoziierten Gene - das sind dreimal so viele Gene wie bislang bekannt - sind auch an Prozessen des zentralen Nervensystems beteiligt: sie kontrollieren Energieumsatz und Appetit. Hier erhoffen die Wissenschaftler sich neue Erkenntnisse zur Rolle des Gehirns bei der Steuerung des Stoffwechsels. Weiterhin konnte für mehrere Genvarianten ein verstärkter Gewichtseffekt in Abhängigkeit vom Geschlecht nachgewiesen werden.

Original-Publikationen:
Locke, A. et al. (2015). Genetic Studies of Body Mass Index Yield New Insights for Obesity Biology, Nature, doi: 10.1038/nature14177

Shungin, D. et al. (2015). New Genetic Loci Link Adipose and Insulin Biology to Body Fat Distribution, Nature, doi: 10.1038/nature14132

*Hintergrund: *KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg)
Seit über 20 Jahren wird in der international bekannten KORA-Studie die Gesundheit tausender Bürger aus dem Raum Augsburg untersucht, um die Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen zu erforschen. Kernthemen der KORA-Studien sind Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu werden Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u.a. Rauchen, Ernährung, Bewegung), der Umweltfaktoren (u.a. Luftverschmutzung, Lärm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung werden Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung untersucht.

Bild: © Ryan McVay / Digital version / Thinkstock

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