Ernährungsumschau

Kampf gegen Fettsucht in Europa

  • 16.03.2005
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  • Redaktion

Die neu gegründete Europäische Aktionsplattform für Ernährung und körperliche Bewegung hat sich am 15. März in Brüssel vorgestellt. Sie bringt die wichtigsten Vertreter der Lebensmittelindustrie, des Einzelhandels, des Gaststättengewerbes, der Werbebranche, der Verbraucherverbände und der nichtstaatlichen Gesundheitsorganisationen auf EU-Ebene zusammen.

Die Plattform tagte am Dienstag erstmalig unter Beteiligung der Gründungsmitglieder, u. a. des EU-Kommissars für Gesundheit und Verbraucherschutz Markos Kyprianou, des luxemburgischen Gesundheitsministers, Mars Di Bartolomeo, und Karl-Heinz Florenz MEP, des Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments.

Laut der Internationalen Taskforce für Adipositas (IOTF) sind wahrscheinlich mehr als 200 Mio. Erwachsene in der EU übergewichtig oder fettleibig. Und die Zahl der übergewichtigen Schulkinder steigt um 400000 pro Jahr an. „Die Gewichtszunahme der Europäer hat verheerende Folgen für die öffentliche Gesundheit und bringt enorme volkswirtschaftliche Kosten mit sich. Europa steht vor einer Epidemie, die genau so schlimm ist wie die nordamerikanische. Insbesondere die weiter steigende Rate von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Schulkindern macht mir Sorge”, sagte Kommissar Kyprianou anlässlich der Vorstellung der Plattform.

„Die Plattform wird freiwillige Maßnahmen in den Bereichen der Verbraucherinformation und -aufklärung, Marketing und Werbung, Förderung körperlicher Bewegung, Lebensmittelzusammensetzung und Portionsgrößen erwägen. Ich hoffe, dass 2006 die ersten Initiativen angenommen werden und dass diese von praktischem Nutzen sind. Entscheidend ist, ob der Prozess der Zusammenarbeit, den wir heute einleiten, zu Ergebnissen führen kann”.

Die zunehmende Verbreitung von Fettleibigkeit, insbesondere bei jungen Menschen, hat Gesundheitsexperten auf den Plan gerufen. Sie ist ein Risikofaktor für viele Erkrankungen, wie Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfall, Atemwegserkrankungen, Arthritis und bestimmte Krebsarten. Auch für die steigende Zahl der an Typ-2-Diabetes Erkrankten wird die Adipositasepidemie verantwortlich gemacht. Falsche Ernährung und Bewegungsmangel gehören zu den führenden Ursachen vermeidbarer Todesfälle in Europa, wobei die Fettleibigkeit schätzungsweise 2–8 % der Kosten im Gesundheitswesen verursacht.

In den kommenden Monaten werden die Mitglieder der Plattform Aktionspläne mit Vorschlägen zur Förderung einer gesünderen Ernährung und mehr sportlicher Bewegung unterbreiten. Nationale und lokale Initiativen sollen durch die Maßnahmen unterstützt werden und damit dazu beizutragen, Katalysatorwirkung für neue Initiativen in der gesamten EU zu entfalten. (eu-komm/sf)

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