Ernährungsumschau
© Till Budde/DIfE
© Till Budde/DIfE

Typ-2-Diabetes der Eltern kann das Diabetes-Risiko der Kinder fast verdreifachen

  • 16.04.2014
  • News
  • Redaktion

Menschen, deren Eltern an Diabetes mellitus Typ 2 (DMT2) erkrankt sind, können ein um bis zu 2,9-fach erhöhtes Risiko für diese Krankheit haben. Dies lassen Ergebnisse der Potsdamer EPIC-Studie annehmen, die das Forscherteam um Matthias Schulze und Kristin Mühlenbruch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) nun veröffentlichte [1]. An der Datenauswertung waren neben DIfE-Wissenschaftlern auch Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Düsseldorf und des Helmholtz Zentrums München beteiligt, wobei es sich um ein Kooperationsprojekt des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung e. V. (DZD) handelt.

Wie die neuen Ergebnisse zeigen, beeinflusst eine familiäre Vorbelastung das Diabetes-Risiko relativ stark. Menschen, deren Mutter oder Vater an DMT2 erkrankt ist, haben allein hierdurch ein etwa 1,7-fach erhöhtes Diabetes-Risiko im Vergleich zu Personen mit vergleichbaren Merkmalen, aber ohne familiäre Vorbelastung. Personen, bei denen beide Eltern erkrankt sind, haben sogar ein fast dreifach höheres Risiko. Dies ist mit einem Risikoanstieg vergleichbar, der sich durch das Altern um ca. 10 bzw. 20 Jahre ergibt. Zum Beispiel hätte eine vierzigjährige Person, deren Eltern beide an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, in etwa ein so hohes Risiko wie ein sechzigjähriger Mensch, dessen Mutter und Vater nicht an der Krankheit leiden. Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung kann jedoch trotz familiärer Vorbelastung wesentlich dazu beitragen, den Ausbruch der Krankheit zu verzögern oder gar zu verhindern.

Wie hoch das persönliche Diabetes-Risiko ist, kann jeder Erwachsene mit einem vom DIfE bereits 2007 veröffentlichten Diabetes-Risiko-Test ermitteln. Derzeit berücksichtigt der Test zwar noch nicht die familiäre Vorbelastung, da die Datengrundlage für die Gewichtung dieses Risikofaktors bisher nicht ausreichte, die Wissenschaftler wollen aber zukünftig die neuen Studienergebnisse nutzen, um den Risiko-Test hinsichtlich der Risikovorhersage zu optimieren.

Kontakt: Prof. Dr. Matthias SCHULZE, Abteilung Molekulare Epidemiologie, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), E-Mail: mschulze@dife.de; Dr. Kristin MÜHLENBRUCH, Abteilung Molekulare Epidemiologie, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), E-Mail: kristin.muehlenbruch@dife.de
Literatur: 1. Mühlenbruch K, Ludwig T, Jeppesen C et al. (2014) Update of the German Diabetes Risk Score and external validation in the German MONICA/KORA study. Diabetes Research and Clinical Practice [in press]
Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Pressemeldung vom 07.04.2014 (16.04.14)

Das könnte Sie interessieren
Alte Bücher. © VeranoVerde / iStock / Thinkstock
Geschichte der deutschen ernährungswissenschaftlichen Gesellschaften weiter
© karandaev / iStock / Thinkstock
Warum steigt der Vitamin-E-Spiegel mit dem Alter? weiter
Menschen klatschen. © shironosov / iStock / Thinkstock
Individuelle Lebensstilfaktoren beeinflussen Ernährung weiter
Krebskranke Frau im Krankenhaus. © KatarzynaBialasiewicz / iStock / Thinkstock
Gesunde Ernährung und Bewegung beugen vor weiter
© altrendo images / Stockbyte / Thinkstock
Entwicklung und Test eines Messinstruments zur „nutrition literacy" weiter
© mheim3011 / iStock / Thinkstock
Barmer GEK berichtet von deutlich mehr Betroffenen weiter