Ernährungsumschau

Einheitliches EU-Biosiegel für Lebensmittel

  • 16.07.2010
  • News
  • Redaktion

Wein aus Spanien, Obst und Gemüse aus Italien, Marmelade aus Großbritannien oder Eier aus den Niederlanden: Wer beim Kauf von ausländischen Lebensmitteln speziell auf Bioqualität Wert legt, kann Produkte aus ökologischem Anbau künftig besser erkennen. Seit 1. Juli müssen verpackte Biolebensmittel, die innerhalb der Europäischen Union produziert und verkauft werden, mit einem einheitlichen EU-Biosiegel gekennzeichnet werden.

Bislang gab es in Deutschland ein Biosiegel, aber nicht in den meisten europäischen Nachbarländern. Zur besseren Orientierung werden deshalb künftig alle Lebensmittel, deren Zutaten zu mindestens 95 % aus ökologischer Landwirtschaft stammen, mit dem Europäischen Siegel versehen. Das deutsche Biosiegel kann weiterhin zusätzlich zum Europäischen Logo verwendet werden, ebenso die Zeichen hiesiger ökologischer Anbauverbände – etwa von Demeter oder Bioland. Das EU-Biosiegel garantiert, dass die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung, wie Gentechnikfreiheit, artgerechte Tierhaltung oder Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel, bei der Herstellung eingehalten worden sind.

Garantierte Kontrolle: Zu erkennen ist das EU-Biosiegel an zwölf weißen Sternen auf grünem Grund, die sich zu einem stilisierten Blatt formieren. Unterhalb des Logos ist ein vorgeschriebener Code für die Kontrolle platziert. Dieser setzt sich zusammen aus dem Kürzel des Mitgliedsstaates, dem Begriff „Bio“ oder „Öko“ in der jeweiligen Landessprache und der Referenznummer der Kontrollstelle. Außerdem muss angegeben werden, ob das Produkt aus EU-Landwirtschaft oder Nicht-EU-Landwirtschaft stammt. Nur wenn alle Rohstoffe aus einem Erzeugerland stammen, darf es namentlich genannt werden. Ansonsten finden Verbraucher nur den vagen Hinweis „EU-Landwirtschaft oder Nicht EU-Landwirtschaft“, der nicht sehr hilfreich ist.

Ausnahmen: Biolebensmittel aus Ländern außerhalb der Europäischen Union müssen nicht mit dem EU-Logo gekennzeichnet werden. Eine freiwillige Kennzeichnung importierter Ware ist jedoch möglich. Auch lose Bioware ist von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Weitere Informationen zur Kennzeichnung von ökologischen Lebensmitteln gibt es im Internet unter www.allesoeko.net und im Faltblatt „Alles öko?“ der Verbraucherzentrale NRW. Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Das könnte Sie interessieren
© KatarzynaBialasiewicz / iStock / Thinkstock
Wie lässt sich ausgewogene Ernährung im Alltag umsetzen? weiter
© Rostislav_Sedlacek / iStock / Thinkstock
Metabolisch gesunde Adipositas als erstes Ziel weiter
Butter, entblößt: Mit der internationalen Palmölproduktion schwelt bereits ein neuer Streit. © orinoco-art / iStock / Thinkstock
Fettkrieg weiter
Mann im Supermarkt mit Handy. © gpointstudio / iStock / Thinkstock
Neue Bonus-App belohnt nachhaltigen Einkauf weiter
Für die Studie können Kinder und Jugendliche angemeldet werden, die sich vegetarisch, vegan oder mit Mischkost ernähren. © olesiabilkei / iStock / Thinkstock
Teilnehmer für die VeChi-Youth-Studie gesucht weiter
Freunde kochen gemeinsam. © UberImages / iStock / Thinkstock
Essbiografien in der Ernährungsberatung weiter