Ernährungsumschau

nutritionDay: Nicht-Essen verlängert Krankenhausaufenthalt

  • 18.03.2009
  • News
  • Redaktion

Jedes Jahr werden im Rahmen des "nutritionDay in Europe" Daten zum Management der Ernährungsversorgung und zur Nahrungsaufnahme von 15 000–20 000 Patienten in Europäischen Krankenhäusern und Pflegeheimen erhoben.

Seit dem Projektstart 2006 beteiligten sich europäische Einrichtungen mit über 50 000 Patienten und Heimbewohnern. Ziel ist es, aktuelle Daten zur Ernährung im Krankenhaus und zu Auswirkungen auf den Behandlungserfolg zu erheben. Diese Daten bilden die internationale und nationale Referenz für die Qualitätssicherung der einzelnen teilnehmenden Stationen. Die individuelle Kommunikation der Ergebnisse hat bei Stationen, die wiederholt teilnahmen, nachhaltige Veränderungen bewirkt. Der Ernährung wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet und Diskussionen über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Genesung wurden ausgelöst.

Geringer Appetit ist oft eine Folge des Krankseins. nutritionDay-Daten aus 2008 zeigen, dass nicht einmal jeder zweite Patient (48,5 %) das angebotene Mittagessen vollständig aufisst. In Deutschland und Österreich waren es sogar noch weniger der Befragten (46,9 % und 41,7 %). Viele Patienten haben auch schon vor der Aufnahme ins Krankenhaus weniger als ein Viertel der üblichen Menge gegessen.

Solche Patienten liegen länger im Krankenhaus und haben ein größeres Risiko für Infektionen und Komplikationen nach einer Operation und sterben häufiger. In vielen Patientengruppen steht etwa einer von drei Todesfällen in Verbindung mit ungenügender Ernährung.

Die Entlassung aus dem Krankenhaus verzögert sich beispielsweise bei den schlecht ernährten 53–66-Jährigen um fünf Tage, der Aufenthalt dauert 11 Tage. Bei den 67–77-Jährigen dauert der Aufenthalt zwölf statt acht Tage. So steht die Gewährleistung einer genügenden Nahrungszufuhr in einer wichtigen Beziehung zur effektiven Nutzung der vorhandenen Krankenhausbetten. Quelle: dgem, nutritionDay in Europe (18.03.09)

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