Ernährungsumschau

Umfrage zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln

  • 18.08.2004
  • News
  • Redaktion

84 Prozent der Verbraucher befürworten auch dann eine Kennzeichnungspflicht, wenn es sich um Fleisch und Milch von Tieren handelt, die mit genverändertem Viehfutter gefüttert wurden. Darüber hinaus wollen sie eine Kennzeichnungspflicht, wenn Milch und Fleisch von solchen Tieren in Lebensmitteln verarbeitet ist. Das ergab eine Studie der Dialego AG, bei der in Kooperation mit dem Handelsblatt 1010 Verbraucher befragt wurden. Der Beschluss des europäischen Parlaments sieht für diese o. g. Produkte bisher noch keine Kennzeichnungspflicht vor. Was die Einhaltung der bisher beschlossenen Kennzeichnungspflicht betrifft, sind die Verbraucher gegenüber den Lebensmittelherstellern äußerst misstrauisch, nur 5 Prozent glauben, dass die Kennzeichnungspflicht sicher eingehalten wird, während 43 Prozent glauben, dass sie eher nicht eingehalten wird.  Produkte, deren Haltbarkeit durch Gentechnik verlängert oder deren Geschmack durch Gentechnik verbessert wurde, wollen weit mehr als die Hälfte der Verbraucher nicht kaufen (54 bzw. 59 Prozent). Wenn es um den Preis geht, man also die Wahl hat, zwischen einem gentechnisch veränderten, billigeren Produkt und einem gentechnikfreien teureren Produkt, kann man sehen, wie die Anzahl der Gegner schwindet. Gerade 50 Prozent sagen hier noch, dass sie sicher die gentechnikfreien aber teureren Lebensmittel kaufen würden. Allerdings ist hier die Anzahl der Unentschiedenen (22 Prozent) recht hoch.  Geht es aber um gentechnisch veränderte Produkte mit gesundheitlichem Nutzen, z. B. um Joghurt, der – wissenschaftlich erwiesen – die Entstehung von Darmkrebs verhindern könnte, dann sinkt die Zahl der entschiedenen Neinsager auf 28 Prozent ab. Unter der Prämisse, dass es auch weiterhin keine wissenschaftlichen Beweise für die Schädlichkeit genveränderter Lebensmittel geben wird, können sich immerhin 60 Prozent der Befragten, also auch einige Gegner, vorstellen, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel in wenigen Jahren ganz selbstverständlich auf unserem Speiseplan stehen werden. (18.08.04)

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