Ernährungsumschau

Mit neuseeländischem Honig gegen Bakterien

  • 19.06.2006
  • News
  • Redaktion

Honig ist nicht nur ein beliebter Brotaufstrich, sondern wird auf Grund seiner bakterienabtötenden Wirkung schon seit Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt. Warum bestimmte Bienensäfte entzündungshemmend wirken, wusste man bisher nicht. Jetzt widmeten sich Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden diesem Phänomen.

Die Forscher untersuchten die Veränderungen von Honig bei längerem Lagern. Vor allem interessierte sie der Honig des neuseeländischen Teebaums (Manuka-Baum, lat. Leptospermum scoparium), auch Medi-Honey oder Manuka-Honig genannt. Denn anders als viele einheimische Sorten wirkt dieser besonders stark gegen Bakterien, obwohl weder das Enzym Glucooxidase noch Wasserstoffperoxyd nachgewiesen werden konnten. Selbst antibiotikaresistente Bakterien haben keine Chance. [Anm. d. Red.: Glucooxidase sorgt beim Abbau von Zucker dafür, dass Wasserstoffperoxyd entsteht. Dieses wird gemeinhin für die antibakterielle Wirkung verantwortlich gemacht.]

Die Untersuchungen ergaben, dass bei der Lagerung durch den Abbau von Zucker auch die stark entzündungshemmende Substanz Methylglyoxal entsteht. Lagen die Mengen allerdings bei herkömmlichen Honigsorten bei 1 bis 5 mg pro Kilogramm, konnten im Honig des Teebaums 300 bis 700 mg Methylglyoxal pro Kilogramm nachgewiesen werden - eine Dosis, die zwar stark antibakteriell, aber für den Menschen möglicherweise nicht mehr unbedenklich ist.

Warum der Wirkstoff in so hoher Konzentration ausgerechnet in diesem Honig vorkommt, muss noch geklärt werden. In Bienen lebende Mikroorganismen könnten dafür ebenso verantwortlich sein wie der Stoffwechsel des Teebaums selbst. So halten die Wissenschaftler zum Beispiel eine Stressbewältigungsstrategie des Manuka-Baums für möglich, da dieser unter extremen Bedingungen wie Hitze und Trockenheit wächst. Es könnte aber auch sein, dass Methylglyoxal in Manuka-Honig nicht auf natürlichem Wege entstanden ist, sondern synthetisch produziert oder beigemischt wurde. (19.06.06)

Das könnte Sie interessieren
Frau am PC. © fizkes / iStock / Thinkstock
Verhaltenstherapie via Internet wirksam weiter
Porträt von Hanni Rützler. © Nicole Heiling
Gemüse im Mittelpunkt des Genusses weiter
Freunde essen gemeinsam zu Abend. © Ridofranz / iStock / Thinkstock
Den Ernährungsalltag verstehen weiter
Lupinenfeld. © Foto Fraunhofer IVV
Fraunhofer Institut entwickelt Erfrischungsgetränk aus Lupinen weiter
Vegane Wurst auf Teller. © dourleak / iStock / Thinkstock
Fleischalternativen dürfen weiterhin "Schnitzel" heißen weiter
PD Dr. Volker Böhm. © Jan-Peter Kasper/FSU
Ehrung für Wissenschaftler Volker Böhm weiter