Ernährungsumschau

Essen & Trinken in Deutschland: Salziges vor dem Fernseher – Süßes vorm PC

  • 20.01.2010
  • News
  • Redaktion

Die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen sind mehrheitlich noch immer traditionell mit drei Hauptmahlzeiten täglich sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag, wie die neue Studie „Essen & Trinken in Deutschland” der GfK Panel Services zeigt. Gegen halb fünf morgens beginnt für eine kleine Gruppe von Frühaufstehern der Tag mit einer ersten Mahlzeit. Die Mehrheit folgt deutlich später: Zwischen acht und neun Uhr ist für knapp 40 % der Deutschen Zeit für das Frühstuck.

In der Stunde danach greifen sogar noch mehr zu, für viele ist dies aber schon die zweite Stärkung. Am Wochenende schlafen die Deutschen gerne aus und das Frühstück beginnt rund anderthalb Stunden später als an Arbeitstagen.

Das Mittagessen ist für die große Mehrheit der Deutschen eine warme Mahlzeit. Weniger als ein Viertel begnügt sich mit kalten Speisen, oft sind dies berufstätige Frauen. Überraschend häufig wird zu Hause Mittag gegessen. Abgesehen von den 20- bis 29-Jährigen überwiegt in allen Altersklassen das Mittagessen zu Hause. Neben den traditionellen Hauptmahlzeiten ist auch die Nachmittagsstärkung beliebt. Bei den Älteren vor allem klassisch mit Kaffee und Kuchen. Die Jüngeren greifen gerne zur modernen Variante wie Donut, Muffin oder Brownie, die zusammen mit dem Coffee-to-go unterwegs verzehrt werden können. Oft reicht ihnen auch ein Schokoriegel.

Das Abendessen wird am häufigsten zwischen 19 und 20 Uhr eingenommen, am Wochenende gerne auch etwas später. Mit 52 % überwiegt noch knapp die kalte Brotzeit. Den Trend zum warmen Abendessen fördern die Berufstätigen, für die es teilweise die zweite warme Mahlzeit des Tages ist.

Für die Mehrheit der Deutschen sind drei Hauptmahlzeiten und eine Stärkung am Nachmittag noch immer die Norm. Weniger regelmäßig ernähren sich jüngere Menschen. Gegessen und getrunken wird bei ihnen oftmals, wenn Hunger und Durst sich einstellen und gerade Zeit ist. Ob dieser deutliche Trend zu einer Verschiebung der klassischen Ernährungsstrukturen führt, werden die nächsten Jahre zeigen. Die 20- bis 24-Jährigen essen und trinken zudem auch am häufigsten unterwegs. Rund 40 % ihrer Mahlzeiten nehmen sie außerhalb der eigenen Wohnung zu sich. Im Schnitt über alle Altersklassen sinkt der Außer-Haus-Anteil deutlich auf rund 28 %.

Bei knapp 19 % aller Mahlzeiten widmen sich die Deutschen ausschließlich und ohne Ablenkung der Nahrungsaufnahme. Viel häufiger aber unterhalten sich die Menschen beim Essen (27 %). Ebenfalls beliebt ist die Mahlzeit beim Fernsehen (19 %), am Computer (13 %), während der Arbeit (12 %), beim Radiohören (10 %) oder Lesen (8 %). Lesen und Radiohören sind die klassischen Begleiter beim Frühstück. Sich mit jemandem zu unterhalten ist morgens nur bei einem Drittel angesagt. Während des Mittag- und Abendessens hingegen redet fast die Hälfte der Deutschen.

Während des Abendessens läuft bei mehr als einem Drittel der Deutschen der Fernseher. Auch in den Stunden danach wird gerne vor dem TV gesündigt. Am liebsten greifen die Deutschen hier zu salzigen Knabbereien und Schokolade. In 60 % aller Fälle, in denen Salziges geknabbert wird, läuft auch der Fernseher. Bei Schokolade sind es 36 % und bei Pizza immer noch 32 %. Diese entpuppt sich damit als der große TV-Renner unter den warmen Speisen. Vor dem Computer dominieren mit Schokolade und Zuckerwaren hingegen die süßen Genüsse.

Zur Studie
Die Studie “Essen & Trinken in Deutschland” der GfK Panel Services basiert auf dem neuen ganzjährig online geführten Ernährungstagebuch INTO. Es geht sechs grundlegenden Fragestellungen nach: “Wer isst und trinkt was, wann und wo, warum und wie?” Mit mehr als 4500 repräsentativ ausgewählten Konsumenten im Alter von 16–69 Jahren und über 400000 Verzehrssituationen deckt INTO alle Tage des Jahres, alle Arten von Essen und Trinken und sämtliche Verzehrssituationen rund um die Uhr, daheim und außer Haus ab.
Quelle: GfK (20.01.10)

Das könnte Sie interessieren
© BMEL/photothek.net/Michael Gottschalk
Bundesminister Schmidt stellt Zukunftsstrategie „Aussaat 2017" vor weiter
Alte Bücher. © VeranoVerde / iStock / Thinkstock
Geschichte der deutschen ernährungswissenschaftlichen Gesellschaften weiter
© karandaev / iStock / Thinkstock
Warum steigt der Vitamin-E-Spiegel mit dem Alter? weiter
Menschen klatschen. © shironosov / iStock / Thinkstock
Individuelle Lebensstilfaktoren beeinflussen Ernährung weiter
Krebskranke Frau im Krankenhaus. © KatarzynaBialasiewicz / iStock / Thinkstock
Gesunde Ernährung und Bewegung beugen vor weiter
© altrendo images / Stockbyte / Thinkstock
Entwicklung und Test eines Messinstruments zur „nutrition literacy" weiter