Ernährungsumschau

BfR: Besserer Schutz vor allergenen Substanzen

  • 21.08.2006
  • News
  • Redaktion

Die Zahl der allergischen Erkrankungen steigt und weist in Deutschland regionale Unterschiede auf. Darauf wiesen Allergieexperten aus dem Bundesinstitut für Risikobewertung, der Berliner Charité und dem Universitätsklinikum Heidelberg bei einer Informationsveranstaltung in Berlin hin. Daher plant das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) alle vorhandenen Informationen zur Entstehung von Allergien zu bündeln und konkrete Handlungsoptionen zu formulieren. Ziel ist es, den Verbraucher optimal zu informieren und zu schützen.

Wie Allergien ausgelöst werden und welche immunologischen Prozesse zugrunde liegen ist noch immer nicht vollständig geklärt. Vor allem Vermeidungsstrategien haben deshalb einen hohen Stellenwert. Diesbezüglich ist es nach Ansicht des BfRs vorteilhaft, das allergieauslösende Potenzial kritischer Stoffe frühzeitig zu erkennen. Substanzen, die zum Einsatz in Verbraucherprodukten vorgesehen sind, sollten zuvor auf ihre allergenen Eigenschaften getestet werden. Während für die Testung auf kontaktallergene Wirkungen bereits zuverlässige Untersuchungsmethoden zur Verfügung stehen, fehlen solche Verfahren bislang für den Nachweis allergener Eigenschaften von Stoffen, die zu einer Sensibilisierung der Atemwege führen. Dies gilt gleichermaßen für Allergie auslösende Eigenschaften von Lebensmitteln, die im Magen-Darmtrakt wirksam werden.

Der Schutz des Verbrauchers vor dem Kontakt mit Stoffen, auf die er allergisch reagiert, und auch vor anderen Stoffen, die an einer Allergieauslösung beteiligt sein können, ließe sich durch entsprechende Informationen über problematische Inhaltsstoffe in Produkten, Textilien und Lebensmitteln verbessern, so das BfR. Diese Informationen würden betroffenen Menschen die Möglichkeit eröffnen, Produkte und Lebensmittel im Hinblick auf die individuelle Allergiesituation gezielt auszuwählen oder zu vermeiden.

Um dieses Thema weiter zu vertiefen, wird das BfR medizinische Fachverbände, Universitäten und andere beteiligte Kreise zu Expertengesprächen einladen. Darüber hinaus sollen Instrumente für eine gezielte Risikokommunikation entwickelt werden, um die Verbraucher optimal zu informieren und zu schützen. (21.08.06)

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