Ernährungsumschau

Vorsicht beim Sammeln von Bärlauch

  • 22.03.2005
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  • Redaktion

Bärlauch erfreut sich einer stetig steigenden Beliebtheit zur Würzung von Speisen. Die gestielten, langen und schlanken Bärlauchblätter eignen sich als milder Knoblauchersatz. Der in kontrollierten Kulturen gezüchtete Bärlauch bietet aus gesundheitlicher und der Sicht des Verbraucherschutzes die größte Sicherheit. Beim Sammeln von wild wachsendem Bärlauch aber ist größte Vorsicht geboten. Darauf weist das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg zu Beginn der neuen Erntesaison hin.

Denn die Blätter sind für botanische Laien leicht mit den giftigen Blättern von Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechselbar. Herbstzeitlose und Maiglöckchen speichern in ihren Blättern Inhaltsstoffe, die nach dem Verzehr zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen können. Die Blätter von Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen treten zur gleichen Jahreszeit auf, und die drei Pflanzen wachsen oft auf gleichen Stellen.

Um Blätter der Herbstzeitlosen oder des Maiglöckchens von denen des Bärlauchs zu unterscheiden, kann ein Blatt der zu bestimmenden Pflanze zwischen den Fingern zerrieben werden. Während sich beim Bärlauchblatt der typische an Knochlauch erinnernde Geruch einstellt, tritt bei den anderen Blättern kein Geruch auf.

Bei Verzehr von Blättern der Herbstzeitlosen können erste Vergiftungsanzeichen wie Erbrechen, Krämpfe, akute Kreislaufbeschwerden und blutiger Durchfall bereits zwei bis sechs Stunden nach Aufnahme auftreten. Auch nach Kochen, Lagerung oder Trocknung von Blättern der Herbstzeitlosen bleibt die Vergiftungsgefahr erhalten. Eine Vergiftung durch Maiglöckchenblätter führt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen, Krämpfen sowie akuten Kreislaufstörungen.

Vorsicht bei wild wachsenden Bärlauchblättern ist außerdem geboten, da an diesen Eier des "kleinen Fuchsbandwurms" haften können. Die Gefahr einer Erkrankung kann durch gründliches Waschen der Blätter unter fließendem Wasser verringert werden. Beim Einfrieren in haushaltsüblichen Gefrierfächern oder -truhen werden die Fuchsbandwurm-Eier nicht abgetötet. Sie werden erst bei Kochtemperaturen ab 60 Grad zerstört.

Kommt es zu Beschwerden nach dem Genuss von Bärlauch oder von Lebensmitteln die mit Bärlauch gewürzt wurden, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. (22.03.05)

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