Ernährungsumschau

Fuctional Food: Innovation für einen dynamischen Markt

  • 22.10.2002
  • News
  • Redaktion

Im europäischen Vergleich ist Deutschland mit einem Marktanteil von 37,5 Prozent Spitzenreiter im Bereich für Functional Food. Zu diesem Ergebnis kam die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Marketing im Auftrag der CMA.

Im weltweiten Vergleich liegt Europa mit einem Umsatz von 18,9 Mrd. US$ hinter den USA, gefolgt von Japan. Allerdings hat jeder der drei Regionen bei der Entwicklung von Functional Food eine andere Entwicklungslinie verfolgt.

In den USA stehen Sojaprodukte an erster Stelle

In den USA dominieren wegen ihrer nachgewiesenen LDL-Cholesterinsenkenden Wirkung Soja-Proteine (Pflanzensterole) als Wirkstoff für Functional Food. Aber auch die dominante Soja-Industrie als wichtiger Wirtschaftsfaktor spielt eine Rolle. Soja befindet sich in einer Vielzahl von Produkten, z. B. Drinks, Snacks, Fertiggerichten, Bakwaren, Zerialien und vegetarischem Fleischersatz. Als weitere Wirkstoffe werden Vitamine, Mineralien, Kazium und Ballaststoffe für Functional Food eingesetzt.

In den letzten Jahren hat der Markt für funktionelle Getränke in den USA zugenommen. Dies ist nach Ansicht der Gewimar auf einen Wandel der Konsumgewohnheiten zurückzuführen. Denn: "Gesunde" Getränke optimieren die eigene Ernährung, ohne den Lebensstil ändern zu müssen. Sie geben auf bequeme Weise das Gefühl, etwas für die Gesundheit getan zu haben.

Dabei helfen sekundäre Pflanzenstoffe, ihr Spektrum reicht von Aronia, Cranberry, Grapefruitsamen bis hin zu Ingwer, Ginkgo, Tomatensaft mit Lycopin und Johanniskraut.

Probiotische Zusätze, z. B. zu Milch und Molkereierzeugnissen wie in Europa, werden in den USA bisher kaum eingesetzt. Dagegen gibt es cholesterin- und fettarme Eier verschiedener Anbieter auf dem amerikanischen Markt. US-Verbraucher sind der Studie zufolge gut über die Wirkungen bestimmter Inhaltsstoffe informiert.

Japan "Erfinder" von funktionellen Lebensmitteln

Japan gilt als die Erfindernation von Functional Food. Bereits 1988 wurde ein Softdrink mit Ballaststoffen eingeführt. Foshu-Produkte, als Functional Food vom Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt zugelassen, dürfen mit genehmigten positiven Wirkungen auf die Gesundheit werben. Dies sind v. a. Inhaltsstoffe zur Regulierung der Magen-Darm-Tätigkeit auf Basis von Milchsäurebakterien (82 % aller Foschu-Produkte). Zugesetzt werden Mineralstoffe, Omega-3-Fettsäuren, Karotin, Proteine und Peptide, Polyphenole u. a. Japan ist weltweit führend bei der Vermarktung funktioneller Milchprodukte mit probiotischen Wirkstoffen. Im Unterschied zu allen anderen Regionen werden Vitamine allerdings nicht als funktionelle Inhaltsstoffe anerkannt.

In Europa dominiert die Vielfalt

In Europa gibt es vielfältige funktionelle Lebensmittel mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen:

  • pro- und präbiotische Milchprodukte der ersten und zweiten Generation. Diese machen 20 % Umsatz und mehr an den klassischen Märkten aus; in Frankreich und Spanien bereits 50 %, in Italien 70 %,
  • probiotische Ballaststoffe in Zerialien, Brot und Backwaren sowie in Getränken zusammen mit Vitaminen und Mineralstoffen,
  • Omega-3-Fettsäuren in einer Vielzahl von Produkten,
  • Pflanzenstanole und -sterole in Fetten und Ölen.

Weitere Informationen über die Entwicklung und die Bedeutung einzelner Wirkstoffe in den verschiedenen Produktgruppen in Europa und speziell in Deutschland können gibt es bei der Gewimar, Zittauer Str. 15, 01099 Dresden, Fax: 03 51/8 89 44 12, E-Mail: gewimar@web.de. 22.10.02

 

 

Das könnte Sie interessieren
Gerstenfeld. © GYRO PHOTOGRAPHY/amanaimagesRF / Thinkstock
Gesundheitliches Potenzial von β-Glucan aus Gerste und Hafer weiter
Zwei Weintrinker. © Jupiterimages / Goodshoot / Thinkstock
Deutsches Krebsforschungszentrum veröffentlicht ersten Alkoholatlas weiter
Fast 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. © baloon111 / iStock / Thinkstock
Veganer haben breites Ernährungswissen – Risikokommunikation dennoch erforderlich weiter
Die individuelle Ernährung kann ein entscheidender Faktor für das Depressionsrisiko sein. © Marjan_Apostolovic / iStock / Thinkstock
Neuer Risikoindex für Depressionen entwickelt weiter
Sportsachen und Lebensmittel. © ProPHN
Beeinflussen wir die Ernährung oder die Ernährung uns? weiter
Als „Superfood“ feiert Ingwer aktuell ein Comeback. © Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock
Ernährungstrends, Heilmittel-Richtlinie und Ingwer weiter