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Online News: Neuer BMI deckt versteckte Stoffwechselstörung auf

  • 23.02.2026
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  • Redaktion

Forscher*innen der Universität Leipzig und der Universität Göteborg haben einen neuen Ansatz entwickelt, um das individuelle Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Fettleber genauer zu bestimmen. Statt sich ausschließlich auf den bekannten Body-Mass-Index (BMI) zu stützen, entwickelte das Team ein KI-basiertes Rechenmodell aus Stoffwechselmessungen – den metabolischen BMI (metBMI).

Der herkömmliche Body-Mass-Index aus Körpergröße und Gewicht zeigt zwar Übergewicht an, erfasst jedoch nicht, wie gesund oder krank das Körperfett wirklich ist. Bis zu 30 Prozent der Menschen gelten laut BMI als normalgewichtig, weisen aber bereits gefährliche Stoffwechselveränderungen auf. Umgekehrt gibt es Personen mit erhöhtem BMI, deren Stoffwechsel weitgehend unauffällig bleibt. Diese Diskrepanz kann dazu führen, dass Risikopatient*innen zu spät erkannt und behandelt werden.

Für die aktuelle Untersuchung wurden die Daten von zwei großen Bevölkerungsstudien aus Schweden mit insgesamt knapp 2000 Teilnehmenden genutzt. Mithilfe eines von den Forscher*innen entwickelten Rechenmodells wurde der metBMI vorhergesagt. In die Analyse flossen Angaben zu Lebensstil und Gesundheit sowie Laborwerte aus dem Blut und dem Darmmikrobiom ein. Aus ursprünglich über 1.000 analysierten Stoffwechselprodukten ließen sich 66 Metabolite identifizieren, die maßgeblich zur Vorhersage des metabolischen Risikoprofils beitrugen.

Die Ergebnisse zeigten, dass ein unerwartet hoher metBMI mit einem 2–5-fach erhöhten Risiko für eine Reihe von Krankheiten und Beschwerden (Fettleber, Diabetes, Fettansammlung um die inneren Organe, Insulinresistenz) verbunden war. Zudem verloren Menschen mit hohem metBMI nach bariatrischen Operationen 30 Prozent weniger Gewicht.

Menschen mit höherem metBMI hatten eine geringere bakterielle Vielfalt und ein vermindertes Potenzial ihrer Darmflora, Ballaststoffe in gesundheitsfördernde Fettsäuren wie Buttersäure umzuwandeln. Die Studie hebt auch hervor, dass genetische Faktoren für den metBMI eine geringere Rolle spielen als der Lebensstil und die Umwelt.

Literatur:

1. Chakaroun RM, Pradhan M, Björnson E, et al.: Multi-omic definition of metabolic obesity through adipose tissue–microbiome interactions. Nature Medicine 2026; 32: 113-125. DOI: https://doi.org/10.1038/s41591-025-04009-7

Quelle: Universität Leipzig, Pressemeldung vom 07.01.2026

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