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Krank durch Nahrung: Neue Methode findet verdächtige Lebensmittel

  • 24.07.2014
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Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat gemeinsam mit amerikanischen Kollegen eine computerbasierte Methode entwickelt, die Krankheitsausbrüche durch verunreinigte Lebensmittel schneller identifizieren soll. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Menge und die Verkaufsorte der verdächtigen Lebensmittel.

Sie verursachen unangenehme Durchfälle und verbreiten sich rasant: Erreger wie Salmonellen, EHEC (Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli) oder Campylobacter gelangen vor allem über verunreinigte Lebensmittel in den menschlichen Körper. Die neue, wahrscheinlichkeitsbasierte Methode der Wissenschaftler des BfR, des IBM Almaden Research Centers und der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA, vergleicht die gemeldeten Krankheitsfälle mit verdächtigen, verkauften Lebensmitteln in der Umgebung. So entsteht ein Verteilungsmuster einzelner Lebensmittel, das sich mit der Verbreitung der gemeldeten Krankheitsfälle vergleichen lässt. Entscheidende Parameter sind Verkaufsmengen und -orte der Lebensmittel, denn oft besteht ein direkter Zusammenhang zur Häufung von Infektionen.

Besonders effizient funktioniert die Methode nach Angaben des BfR dann, wenn lediglich ein Lebensmittel als Übeltäter gilt. Derzeit wird das jedoch Verfahren weiter verbessert, so dass künftig auch mehrere kontaminierte Lebensmittel auf einmal als Ausbruchsursache identifiziert werden können. Getestet wurde die Methode an realen Lebensmittelverkaufsdaten aus Deutschland kombiniert mit fiktiven, computergenerierten Ausbruchsszenarien. Eine Kombination von produktbezogenen Verkaufsdaten mit Informationen zu gemeldeten Krankheitsfällen ist bislang nicht als Methode zur Ausbruchsanalyse etabliert.

Die vollständige Meldung des BfR gibt es hier. Eine detaillierte Beschreibung der Methode wurde kürzlich in der Zeitschrift PLOS Computational Biology veröffentlicht.
Der Artikel ist außerdem hier verfügbar. (24.07.14)

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