Ernährungsumschau

„Wellness-Wasser“: Zusatzstoffe statt Zusatznutzen

  • 28.08.2007
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  • Redaktion

Gewinner beim ansonsten stagnierenden Getränkemarkt ist „Near Water“, auch „Aqua-Plus“ genannt. Diese Getränkesparte auf Basis von (Mineral-) Wasser verzeichnete im vergangenen Jahr ein Absatzplus von rund 60% gegenüber 2005.

Nicht verwunderlich, denn laut Werbung ist fast für jeden Typ die richtige Erfrischung dabei, egal ob figur- oder gesundheitsbewusst, gestresst, sportlich aktiv oder auf der Suche nach Wellness. Angeblich verwöhnen die Getränke nicht nur die Figur, sondern auch Körper und Seele. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Die minimale Zugabe von Grüntee, Aloe Vera & Co., Vitaminen oder die Beigabe von Sauerstoff bringen nicht die versprochenen gesundheitlichen Zusatznutzen. Fazit der Verbraucherzentrale: teurer Spaß ohne positive Wirkung.

Die Verbraucherzentrale Hessen hat das Near Water-Angebot am Markt begutachtet. Die Getränke auf Basis von Mineral-, Quell- oder Tafelwasser sind meist durchsichtig oder leicht gefärbt. Die Aufmachung vermittelt Natürlichkeit. Neben geringfügigen Mengen exotischer Frucht- und Pflanzenextrakte wie Guarana, Lemongras oder Schizandra sind den Produkten Vitamine (wie B6, Biotin, Pantothensäure, Folsäure, Ascorbinsäure) und Mineralstoffe (Calcium, Kalium, Magnesium) zugesetzt.

Für viele Verbraucher ist dies ein Kaufanreiz, sie erwarten einen Gesundheitseffekt. Schlagwörter in den Produktnamen wie Wellness, Fitness, Action und Sport und Werbeaufschriften wie „harmonisierend“ oder „vitalisierend“ verstärken den Eindruck eines Zusatznutzens. Tatsächlich aber wird häufig zusammengemixt, was in einem gesunden Durstlöscher unerwünscht und überflüssig ist: Die Zutatenliste verrät in der Regel Aromen und Säuerungsmittel, aber auch Konservierungs- und Süßstoffe sowie verschiedene Zuckerarten.

Nahezu alle Packungen tragen Fruchtabbildungen, aber der Fruchtsaftgehalt liegt lediglich zwischen 0 und 5 Prozent. Geschmack gebend sind meist Aromen. Die Liter-Preise liegen durchweg um rund 30 Cent bis 1,30 Euro höher als die von Mineralwasser. Die Werbung mit Gesundheitseffekten macht sich für die Anbieter bezahlt, für den Verbraucher bringt Near Water nach Ansicht der Verbraucherschützer aber keinen Zusatznutzen. (28.08.07)

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