Ernährungsumschau

Der essende Mensch zwischen Natur und Kultur (Teil 2)

Die Ernährung als Objekt der Kulturgeschichte

Hans Jürgen Teuteberg, Münster

Peer-Review-Verfahren | Eingegangen: 05.06.2011 | Akzeptiert: 10.08.2011

Nachdem im ersten Teil des Beitrags die Anfänge und die Entwicklung der Ernährungsgeschichte skizziert wurden, widmet sich der zweite Teil dem aktuellen Stand dieses Forschungsbereichs, seinen Inhalten und Erkenntnissen ebenso wie noch bestehenden Wissensdefiziten und Forschungsaufgaben.

Im zweiten Teil des Aufsatzes geht es um die Anfänge der modernen Ernährungsgeschichte des 20. Jahrhunderts mit ihren prägenden Innovationen und noch vorhandenen Erkenntnisdefiziten, ferner um die Notwendigkeit einer eigenen sachgerechten Periodisierung mit den wichtigsten Phasenverschiebungen, aber auch um die Frage der Verkümmerung natürlicher früherer Nahrungsinstinkte.

Offenbar veränderten sich die soziokulturellen Verhaltensmuster beim Essen und Trinken stets sehr viel langsamer als ihre äußeren materiellen Umstände. Es ist eine der aufregendsten Fragen, wann und wie sich tägliche Nahrungsgewohnheiten aufgrund technisch-wirtschaftlicher und politischer Einflüsse tatsächlich veränderten. Zuletzt werden jetzige zentrale Aufgaben der heutigen Ernährungsgeschichte diskutiert und vorgeführt, welcher große Nutzen für eine engere Kooperation zwischen der naturwissenschaftlichen und kulturellen Ernährungsforschung inzwischen entstanden ist. Eine der prinzipiellen Aufgaben muss es sein, auf die früheren inneren Bedeutungen bestimmter Ernährungsweisen zu achten, in denen Verzehrsgewohnheiten verwurzelt sind, die aber nur der Historiker völlig sachgerecht entschlüsseln und dem heutigem Verständnis nahe bringen kann.

Schlüsselwörter: Ernährungsgeschichte, Kulturgeschichte, historische Sozialwissenschaft, Ernährungsweise, Industrialisierung, Mahlzeit

 

 

The Nature and Culture of Eating Nutritional History as an Object of Cultural History – Part 2

Hans Jürgen Teuteberg, Münster

The second part of this essay deals with the initial phases of modern nutritional history in the twentieth century, with its great innovations and persisting gaps in knowledge.

 It is emphasised that this history must be split into appropriate periods, with the most important phase changes. The atrophy of early nutritional instincts is also described. It is evident that the socio-cultural behavioural patterns for eating and drinking have always changed much more slowly than the external material circumstances. One of the most exciting questions is when and how daily nutritional habits actually changed as a result of technical, scientific and political factors.

Finally, the current central tasks of modern nutritional history are discussed. Examples are given of the major benefits of close cooperation between natural scientific and cultural nutritional research. One of the principal tasks must be the former internal array of significant habits rooted in nutritional customs and which only a historian can now properly decode and explain to the modern audience.

Keywords: nutritional history, cultural history, historical social science, food habits, nutrition, industrialization, meal

 

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 03/12 von Seite 132 bis 141.

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