DGE-Positionspapier

Die DGE bezieht in einem aktuellen Positionspapier Stellung zu Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr und Leitlinien zur Prävention ernährungsmitbedingter Krankheiten.

Die Erarbeitung evidenzbasierter Leitlinien folgt einer standardisierten Vorgehensweise*, die u. a. die Regeln für die Sichtung der relevanten Literatur, die Konsensfindung bei strittigen Fachthemen und im medizinischen Bereich auch rechtlich verbindliche Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von „Kunstfehlern“ umfassen. Möglicherweise liegt es an dieser Begriffswahl „Leitlinie“, dass v. a. Laien und die Tagespresse von einer Leitlinie im Ernährungsbereich konkrete Handlungsempfehlungen – am besten in Gramm-Angaben pro Tag – erwarten. Dies wurde bereits bei der Vorstellung der aktuellen evidenzbasierten Leitlinie „Kohlenhydratzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten“ deutlich.

Aus der Leitlinie lassen sich jedoch evidenzbasierte Begründungen für optimale Energieanteile der energieliefernden Nährstoffe für die Krankheitsprävention einzelner Personen nicht direkt ableiten. Hierfür sind weitere Aspekte der individuellen Ernährungsweise und des Lebenstiles zu berücksichtigen. Die DGE sieht das präventive Potenzial nicht in einer Verschiebung der Nährstoffrelation, sondern in der stärkeren Beach tung der Gesamtenergiezufuhr, der Qualität der Nährstofflieferanten, d. h. in der Auswahl ernährungs physiologisch wertvoller Lebensmittel, und außerdem in der Förderung der körper lichen Aktivität. Es besteht Aufklärungs- und Beratungsbedarf v. a. hinsichtlich der richtigen Auswahl fett- und kohlenhydratliefernder Lebensmittel. Im beigefügten PDF finden Sie den Originaltext des aktuellen Positionspapiers.
Lesen Sie hierzu auch das Gast-Editorial auf Seite 113 dieser Ernährungs Umschau.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 03/11 ab Seite 114.

*Informationen zu Begriffen der evidenzbasierten Medizin finden Sie z. B. unter www.ebm-netzwerk.de/grundlagen/glossar

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