Diskussion um Einführung einer Zuckersteuer: Deutsche Adipositas-Gesellschaft befürwortet Zuckersteuer

Zur Eindämmung einer Adipositasepidemie in Deutschland befürwortet die Deutsche Adipositas- Gesellschaft (DAG) nationale politische Maßnahmen, die darauf abzielen, die Lebensbedingungen gesundheitsförderlicher zu gestalten. Dazu zählt auch eine Besteuerung besonders energiedichter Lebensmittel mit hohen Gehalten an Zucker und Fett.

DAG-Präsident Prof. Martin Wabitsch kommentiert, dass elterliche Sorge, ärztliche Mahnungen, Ernährungserziehung und Verbraucheraufklärung und Unterstützung von Pilotprojekten der Gesundheitsförderung allein nicht mehr ausreichend seien. In Deutschland müssten grundlegend neue, kohärente Politikstrategien implementiert werden, die verhältnispräventiv auf die Umwelt einwirkten und es so den Menschen aller gesellschaftlichen Schichten leichter machten, gesunde Entscheidungen zu treffen.

Die im März 2015 von der World Health Organization (WHO) veröffentlichte Guideline Sugars intake for adults and children empfiehlt eine Reduktion der Zuckeraufnahme von Erwachsenen und Kindern auf < 10 % (wünschenswert wäre eine Reduktion auf < 5 %) der Gesamtenergieaufnahme pro Tag [1]. Infolgedessen veröffentlichte der World Cancer Research Fund International (WCRF) im Mai 2015 Hilfestellungen für staatlich implementierte Strategien zur Reduktion des Zuckerkonsums entsprechend den WHO-Forderungen [2]. Wichtig sei es, im Zuge solcher Strategien die Verfügbarkeit und die Erschwinglichkeit von Zucker und zuckerhaltigen Produkten zu reduzieren, demgegenüber aber die Akzeptanz von Alternativen und die Kenntnis der Zuckergehalte der Lebensmittel zu erhöhen. Darauf basierend stellt der WCRF verschiedene Maßnahmen Länder. So besteuern Frankreich und Mexiko bspw. zuckerhaltige Erfrischungsgetränke (Soft Drinks) und in den Niederlanden weisen auffallende Symbole auf einen niedrigen Zuckergehalt hin. Durch diese Maßnahme wird wiederum die Lebensmittelindustrie zu einer Überarbeitung der Rezepturen ihrer Produkte angeregt.



Quelle: Deutsche Adipositas-Gesellschaft, Pressemeldung vom 08.05.2015

Literatur:
1. World Health Organization (WHO). Guideline: Sugars intake for adults and children. WHO, Geneva (2015)
2. World Cancer Research Fund International (WCRF) Curbing global sugar consumption: Effective food policy actions help promote healthy diets & tackle obesity. WCRF (2015)

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 06/15 auf Seite M317.

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