Rückstände in Frauenmilch

Von der Nationalen Stillkommission wird geraten, Säuglinge 4 bis 6 Monate zu stillen. Da die Belastung der Frauenmilch mit Rückständen und Verunreinigungen zurückgegangen ist, kann die für den Säugling optimale Ernährungsform ohne Bedenken über diesen Zeitraum beibehalten werden. Allerdings ist Frauenmilch nicht schadstofffrei. Die Belastung ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Zum aktuellen Stand befragten wir Dr. Peter Fürst vom Chemischen Landes- und Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt NRW, Münster.

Bei den Rückständen und Verunreinigungen, die in Frauenmilch vorkommen, handelt es sich vor allem um solche Verbindungen, die eine lange biologische Halbwertzeit besitzen, gut fettlöslich sind und deshalb in der Nahrungskette angereichert werden. So sind trotz des weit reichenden Verbotes der Herstellung und Anwendung von Pestiziden der 1. Generation auch heute noch einige Wirkstoffe bzw. ihre Abbauprodukte, wie z. B. DDT/DDE, Dieldrin, beta-Hexachlorcylohexan und Hexachlorbenzol (HCB), in Frauenmilch nachweisbar.

Als weitere Substanzgruppen sind die polychlorierten Biphenyle (PCB), Dioxine und in letzter Zeit auch polybromierte Flammschutzmittel (PBDE) zu nennen. Allerdings lässt sich für die meisten Verbindungen aufgrund rechtlicher Regelungen sowie technologischer Maßnahmen zur Emissionsminimierung ein starker Rückgang in der Umwelt und damit auch in der Frauenmilch feststellen. So haben z. B. die Gehalte an DDT/DDE, PCB und Dioxine in Frauenmilch aus Deutschland in den letzten 20 Jahren um 60 bis 90 % abgenommen.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 10/05 ab Seite B 37.

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