Der Verdauungstrakt, Teil 8

Dickdarm – Pathophysiologie

In Teil 7 der Beitragsserie zum Verdauungssystem wurden Anatomie und Physiologie des Dickdarms beschrieben [1]. In einem eigenen Teil folgt nun die Pathophysiologie der häufigsten Erkrankungen des Dickdarms. Erkrankungen des Darms werden in der Regel als Kolitis bezeichnet. Kolitis ist der Oberbegriff für eine akute oder chronische Entzündung der Schleimhaut des Kolons, oft über das gesamte Kolon hinweg, wobei auch tiefere Wandschichten betroffen sein können. Die Ursachen können vielfältig sein. Aufgrund der fehlenden Wasserresorption sind Durchfälle ein häufiges Symptom.

Durchfall/Diarrhö

Bei der Diarrhö handelt es sich um ein häufiges Phänomen, das jährlich bei etwa 3 % der Bevölkerung auftritt. Die Definition der Diarrhö schließt drei Parameter ein:

  1. mehr als 3 Stuhlentleerungen pro Tag,
  2. verminderte Stuhlkonsistenz bis zu flüssig (Bristol Stuhlformenskala 6/71) oder/und
  3. vermehrtes Stuhlgewicht (> 200 g/Tag) [2].

Zu beachten ist, dass die drei genannten Parameter auch durch den Ballaststoffgehalt der Nahrung sowie durch Medikamente, Stress oder Extremsport beeinflusst werden können [3].

Pathophysiologie

Durchfall ist keine eigenständige Erkrankung, sondern stellt vielmehr das Symptom sehr unterschiedlicher Erkrankungen dar. Ätiologisch betrachtet kommen u. a. folgende Auslöser infrage: Infektionen, Lebensmittelvergiftungen, Nahrungsmittelallergien und Kohlenhydratmalabsorptionen, Erkrankungen wie Zöliakie, Zustand nach Gastrektomie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED), Karzinome des Kolons und Reizdarmsyndrom sowie Medikamentennebenwirkungen (insbesondere Antibiotika) [2].

___________________

1 => Teil 7 dieser Reihe „Dickdarm – Anatomie, Physiologie und Mikrobiota“ [1]



Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2019 von Seite M668 bis M674.

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