Eiweißkonsum von Müttern Risikofaktor?

„Plötzlicher Kindstod“ bei MäusenEin hoher Eiweißkonsum von Müttern könnte ein weiterer möglicher Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod sein: Ein Team um Prof. Dr. Thomas WALTHER vom Excellence Cluster Cardio Pulmonary System der Universität Gießen und Dr. Cornelia C. METGES (Leibniz-Institut für Nutztierbiologie, Rostock-Dummerstorf) untersuchten an Mäusen, ob eine sehr eiweißreiche Ernährung negative gesundheitliche Auswirkungen auf die Nachkommen der Versuchstiere haben kann.

Die Untersuchung wurde im Rahmen eines EU-geförderten Projekts (EARNEST) zur Erforschung der Spätfolgen von Fehlernährung während der Schwangerschaft und der Stillzeit durchgeführt. Krankhafte Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems konnte das Team bei den neugeborenen Mäusen nicht beobachten. Allerdings zeichneten sich v. a. die Nachkommen von Muttertieren, die während der Säugezeit proteinreiche Nahrung bekommen hatten, durch ein reduziertes Körpergewicht aus.

Zudem wurde ein unerwarteter Einfluss der mütterlichen Hochproteindiät während der Laktation auf die Überlebensrate der Neugeborenen nachgewiesen: Ohne medizinisch erkennbare Erkrankungen verstarben in der Gruppe der Mäuse, deren Ammen während der Laktation ein Hochproteinfutter erhielten, hochsignifikant mehr Tiere als in den Kontrollgruppen. Ob ein hoher Eiweißkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit auch bei Menschen einen Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod darstellt, muss durch Humanstudien weiter untersucht werden. Im Zusammenhang mit Diäten wie der Atkins- und Nachfolgediäten, die zur Gewichtsreduktion auch auf Hochproteinkonsum setzen, sind diese Forschungsergebnisse von großer Aktualität. Literatur: Walther T, Dietrich N, Langhammer M et al. (2011) High-protein diet in lactation leads to a sudden infant deathlike syndrome in mice. PLoS One. 6(3): e17443. Quelle: Universität Gießen, Pressemeldung vom 10.03.2011

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 06/11 auf Seite 285.

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