Lebensmittelallergien im Fokus

Kirsten Grashoff, Frankfurt a. M.

Unter allen allergischen Erkrankungen sind die Lebensmittelallergien die am wenigsten untersuchten. Den aktuellen Stand der Wissenschaft bezüglich Klinik, Diagnostik, Prävention und Therapie präsentierten Experten beim Workshop „Nahrung und Immunabwehr im Clinch“.

Allergien werden medizinisch klar von Lebensmittelintoleranzen abgegrenzt. Die Symptome ähneln sich zwar, aber die zu Grunde liegenden Mechanismen unterscheiden sich bei beiden Erkrankungen deutlich. 20 bis 25 % der Bevölkerung in Industrieländern klagen über Lebensmittelunverträglichkeiten – mit steigender Tendenz. Bei Kindern handelt es sich nur bei einem Viertel dieser Reaktionen wirklich um Allergien, bei Erwachsenen nur bei etwa 10 %.

Allergische Reaktionen auf Lebensmittel treten bei ca. 6 bis 8 % aller Kinder in den ersten Lebensjahren auf. Von den Kindern mit atopischer Dermatitis leidet jedes dritte Kind unter einer Lebensmittelallergie. Die meisten betroffenen Kinder entwickeln später eine klinische Toleranz. Das heißt, sie können das entsprechende Lebensmittel wieder essen, wenn sie älter werden. Diese Toleranzentwicklung ist allerdings abhängig vom jeweiligen Lebensmittel, das die allergische Reaktion auslöst. So entwickeln ca. 80 % der Kinder mit einer Kuhmilchallergie eine klinische Toleranz, wohingegen es bei der Erdnussallergie nur ca. 20 % der Patienten sind.

Wie bei anderen atopischen Erkrankungen scheint die genetische Veranlagung bei der Lebensmittelallergie eine wichtige Rolle zu spielen. So hat eine Studie zur Erdnussallergie gezeigt, dass die Konkordanzrate bei eineiigen Zwillingen 64 %, bei zweieiigen jedoch nur 7 % beträgt.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 09/04 ab Seite 385.

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