Zu guter Letzt 11/14: Lebensmittel des Jahres

In den letzten Wochen des Jahres, spätestens aber zu Beginn des neuen Jahres häufen sich in der Redaktion wieder die Meldungen zum ….. des Jahres. Da gibt es z. B. den Baum des Jahres , den Vogel des Jahres (in 2015 der Habicht), die Heilpflanze (Zwiebel) und die Arzneipflanze (Johanniskraut) des Jahres. Ausgelobt werden diese Ehrentitel, um das Augenmerk – zumindest eines Teils der Bevölkerung – wieder auf Pflanzen und Tiere zu lenken, die unsere Kultur teilweise über hunderte von Jahren begleitet haben: als Werkstoff, als Medikament, als Kulturfolger oder auch als Indikator für eine mehr oder weniger intakte Umwelt.

Was mir seit langem fehlt, ist die Aktion „Lebensmittel des Jahres“. Denn bislang gibt es nur mehr oder weniger poplige, oft vom Handel oder den produzierenden Betrieben lancierte „Tage des Lebensmittels“. Vor kurzem etwa der Welt-Ei-Tag (zweiter Freitag im Oktober), der internationale Tag der Milch, der internationale Tag des Brots, in Deutschland natürlich der Tag des Bieres… Immerhin ein Anfang.

Aber schätzen wir Lebensmittel so gering, halten wir sie für so banal, dass sie nur an einem Tag im Jahr Aufmerksamkeit verdienen? Dabei könnte es doch reizvoll sein: Ein ganzes Jahr regelmäßig dem ausgelobten Lebensmittel mit besonderer Aufmerksamkeit begegnen: Wo wächst es, wie wird es angebaut/verarbeitet? Wo und ggf. wann bekomme ich das Lebensmittel in der besten Qualität, welche unterschiedlichen Rezepte gibt es dafür in unterschiedlichen Kulturkreisen, wie muss ich es zubereiten, wie abwechslungsreich kann es schmecken?

Meine Favoriten wären da z. B. die Kartoffel in ihren vielen Zubereitungen, aber auch für die diversen Pasta-Variationen könnte ich mich (mehr als) ein Jahr begeistern. Auch die Zwiebel und ihre scharfen Verwandten haben was, aber die ist ja bereits Heilpflanze des Jahres. Denken Sie weiter, vielleicht kommt als nächste Aktion das Un-Lebensmittel des Jahres – als Pendant zum Unwort des Jahres (da fallen mir auch schon ein paar ein…)!

Ich freue mich auf Ihre Vorschläge!

Ihr Udo Maid-Kohnert

 Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 11/14 auf Seite M636.

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