Nachschlag: Anreiz zur Selbstreflexion

Dry January, Veganuary etc. – die Wort-Kompositionen deuten es schon an: Der Januar soll dazu einladen, den eigenen Lebensstil bewusst zu überdenken, um bspw. auf Alkohol oder tierische Produkte zu verzichten. Aber klappt das denn von heute auf morgen und wie geht es im Februar weiter?

Die Organisation Veganuary1 schaltet schon früh im jeweiligen Vorjahr Werbekampagnen, begleitet angemeldete Teilnehmende mit Rezeptideen und unterstützt sie dabei, sich im Januar – und bestenfalls auch darüber hinaus – vegan zu ernähren.
Kürzlich bin ich über eine Meldung gestolpert, in der insbesondere der Dry January kritisch gesehen wird. Ein einmonatiger, selbst auferlegter Verzicht auf Alkohol könne als „Freifahrtschein“ für elf Monate unreflektierten Alkoholkonsum angesehen werden, so die Kritik. Ja, in Hinblick dessen, dass „alkoholische Getränke in Deutschland so billig wie in fast keinem anderen EU-Land“2 sind, könnte der gute Vorsatz, der zu Beginn des Jahres genommen wurde, durch die auf uns wirkenden Verhältnisse ad absurdum geführt werden.
Doch egal wann und aus welchem Grund sie durchgeführt werden, Dry January, Veganuary oder andere Social-Media-Challenges können und sollten, unabhängig von den uns umgebenden Einflüssen, als Einstieg und als Ansporn gesehen werden, den Lebensstil nachhaltig zu verändern. Wichtig ist hier die Selbstreflexion. Wie wirkt sich der jeweilige „Verzicht“ auf den Körper aus? Erlebt man die Lebensstilmodifikation wirklich als erzwungenen Verzicht oder geht es einem schlicht einfach körperlich und mental besser? So können Challenges bzw. Kampagnen über unterschiedliche Lebenswelten hinweg auch individuelle Veränderung anregen und als präventive Impulse angesehen werden.

Ihre Caroline Krämer

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1 https://veganuary.com/de/ 
2 Statistisches Bundesamt, Pressemeldung vom 05.01.2026



Diesen Artikel sowie eine Vorschau auf das nächste Heft finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2026 auf Seite M128.

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