(eigene Darstellung)
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Monogene Adipositas: Wenn die Gene den Hunger diktieren

  • 15.02.2026
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  • Jana Brauchmann
  • Lisa Ruck
  • Peter Kühnen
  • Susanna Wiegand

Ein Erfahrungsbericht aus der klinischen Praxis

Einleitung

Hunger ist ein evolutionär sehr konserviertes Signal, das über Jahrtausende unser Überleben sicherte. Doch was geschieht, wenn dieses Signal permanent aktiv ist, wenn Essen keine Sättigung bringt und ein unaufhörliches Verlangen nach Nahrung das Leben bestimmt? In den meisten Fällen können Anpassungen des Essverhaltens und der Lebensmittelauswahl helfen, das Sättigungsgefühl zu verändern. Es gibt jedoch seltene Fälle, in denen diese Strategien wirkungslos bleiben – zum Beispiel im Fall einer monogenen Adipositas. Diese seltene genetisch bedingte Form der Adipositas wirft ein besonderes Licht auf die komplexen Mechanismen, die unser Essverhalten steuern. Dieser Artikel beleuchtet die Besonderheiten der monogenen Adipositas unter Einbeziehung der Perspektiven von Betroffenen.

Was ist monogene Adipositas?

Adipositas entsteht in den meisten Fällen durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Einflussfaktoren. Dazu zählen genetische Veranlagungen, ungünstige Umweltfaktoren sowie ein Mangel an körperlicher Aktivität. Zudem spielt das zentrale Nervensystem eine zentrale Rolle, da dort die Stoffwechselsignale verarbeitet und die Nahrungsaufnahme reguliert werden – eine veränderte Signalwahrnehmung kann somit direkt zu einer gestörten Energiehomöostase führen [1, 2]. Diese weit verbreitete Form der Adipositas wird als polygene Adipositas bezeichnet. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass viele kleine genetische Varianten in Hunderten von Genen das individuelle Risiko für die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas beeinflussen. So wurden bei 300 000 Individuen über 2 Mio. genetische Varianten bezüglich Gewichtsentwicklung untersucht [3]. Personen mit einem hohen genetischen Risiko für Adipositas sind im Alter von 18 Jahren ca. 12 kg schwerer als Menschen mit einem niedrigen genetischen Risiko. Dieser Unterschied nimmt im Erwachsenenalter nur noch wenig zu [3]. Der Einfluss der Genetik auf die Gewichtsentwicklung ist also bei Kindern viel stärker als bei Erwachsenen. ...



Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2026 auf den Seiten M102 bis M106.

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