„Du sollst nicht essen ohne dich schuldig zu fühlen“

Pro-Ana-Websites verharmlosen Essstörungen als „Lifestyle”

Eva Wunderer, München

Die Anonymität und sog. virtuelle Realitäten im Internet bieten nicht nur Angeboten mit fragwürdiger politischer Einstellung oder Gewalt verherrlichenden Inhalten Raum. Auch „exklusive“ Foren, die Essstörungen zum erstrebenswerten Lebensziel verklären, tummeln sich im Web. Der Beitrag ab S. 180 in diesem Heft geht auf die Problematik der Essstörungen ein, an dieser Stelle bezieht die Autorin Eva Wunderer Stellung zum Thema.

„Wie schummele ich beim Wiegen?“ „Indem ich mir eine Bleischnur in die Unterhose einnähe“. Solche Tipps helfen nicht weiter auf dem Weg aus der Essstörung, sie sind vielmehr für Menschen gedacht, die in der Essstörung verbleiben wollen. Und sie finden Verbreitung im Internet. Pro-Anas, die Pro-Magersüchtigen, und Pro-Mias, die Pro-Bulimischen treffen sich auf zahlreichen, rasch wechselnden Websites und glorifizieren eine lebensbedrohliche Krankheit: die Essstörung.

Wir bei ANAD stufen die Pro-Ana- und Pro-Mia-Bewegung als sehr gefährlich ein und versuchen, durch Aufklärung gegen sie anzugehen. Verbote und Kontrollen im Internet sind sinnvoll, jedoch oft schwierig umzusetzen. Und solange in unserer Gesellschaft die Gleichung „dünn = schön“ gilt, werden immer wieder junge Menschen nach „Thinspiration“ suchen. Es muss sich also auch im öffentlichen Bewusstsein etwas ändern. Maßnahmen wie ein Mindestgewicht für Models sind da ein Schritt in die richtige Richtung.

Weitere Informationen zum Thema : www.magersucht-online.de/modules.php.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 04/07 ab Seite 206.

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