Ernährungsumschau

Krebserkrankungen und präventives Potenzial der Ernährung (II)

Gabriele I. Stangl, Freising

Bestimmte Inhaltsstoffe vieler Gemüsesorten, Früchte und Getreidearten zeigen beim Tier und in vitro eine vorbeugende Wirkung gegen verschiedene Krebsarten. Die Forschung ist derzeit bemüht, die für den Antitumoreffekt verantwortlichen Bestandteile zu identifizieren und zu verifizieren. Solche Daten sollen helfen, geeignete Ernährungsstrategien für den Menschen zu entwerfen. Teil 2 soll deutlich machen, dass Ernährungsfaktoren krebsvorbeugend wirken können, indem sie die Kommunikation zwischen Zellen verbessern, den Immunstatus stärken, kanzerogene Stoffe entgiften können und antioxidative Eigenschaften entfalten. Auch zwischen Ernährung und Metastasierung scheinen, jüngsten Erkenntnissen zufolge, Zusammenhänge zu existieren.

Die Ernährung kann ein antikanzerogenes Potential auf verschiedenem Wege entfalten. Beim Mammakarzinom greifen Nahrungsinhaltsstoffe in den Stoffwechsel der Sexualhormone, den Zellzyklus sowie die Apoptose ein. Hinzu kommen Effekte auf die interzelluläre Kommunikation, die Angiogenese als Ausdruck der Metastasierungsneigung eines Tumors, den Immunstatus und den Schutz der DNA. Sekundäre Pflanzenstoffe nehmen auf nahezu alle diese Prozesse Einfluss. Carotinoide scheinen die interzelluläre Kommunikation und damit die gegenseitige Wachstumskontrolle der Zellen zu fördern. Provitamin-A-wirksame Carotinoide entfalten möglicherweise einen tumorsuppressiven Effekt auch über die Retinsäure. Die Schutzfunktion der Ernährung, einer Streuung von Krebszellen über den Blutweg entgegenzuwirken, ist begrenzt. In-vitro-Studien und Tierversuchen zufolge entfalten n-3-Fettsäuren, Flavonoide, und Selen eine Antiangiogenese-Wirkung. Der Immunstatus wird von der Relation n-6:n-3 Fettsäuren beeinflusst. Die wohl bekannteste antikanzerogene Wirkung von Nahrungsbestandteilen ist die als Antioxidans. Isothiozyanate und Monoterpene beschleunigen die Detoxifizierung potenziell kanzerogener Substanzen. Ungeachtet dessen lassen sich Empfehlungen für die Aufnahme einzelner Lebensmittel oder Nahrungsinhaltsstoffe aus krebspräventiver Sicht bisher nicht formulieren. EU08/01

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 08/01 ab Seite 318.

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