Ernährungsumschau

Konjugierte Linolsäuren: Genese und metabolische Wirkungen

Jana Kraft, Gerhard Jahreis, Jena

Mehr als 10 Jahre sind vergangen, seit die Arbeitsgruppe von Michael Pariza antimutagene Bestandteile im gegrillten Fleisch entdeckt hat. Später sind diese als konjugierte Linolsäuren klassifiziert worden. Ein wachsendes Interesse an CLA wird durch die besonders in den letzten Jahren exponentiell steigende Zahl von Studien deutlich. Während zu Beginn der 90er Jahre nur wenige Artikel über CLA veröffentlicht wurden, erschienen im Jahre 2000 mehr als 100.

Im letzten Jahrzehnt ist den konjugierten Linolsäuren (CLA) verstärkt wissenschaftliches Interesse beigemessen worden. Dieser Substanzgruppe werden verschiedene biologische und physiologische Wirkungen zugesprochen. CLA verbessern die Immunfunktion, während sie katabolen Prozessen entgegenwirken. Zahlreiche Studien an Zellkulturlinien und Tieren bestätigen die antikarzinogene Wirkung der CLA. Bis heute fehlen jedoch diesbezügliche Untersuchungen am Menschen. Verschiedene Studien an Tieren beschreiben sowohl hemmende als auch fördernde Effekte der CLA auf die Atherogenese, so dass eine antiatherosklerotische Wirkung generellnicht bestätigt werden kann. Bei Tiermodellen konnte gezeigt werden, dass CLA den Körperfettansatz vermindern. Dies wurde auch am Menschen beobachtet, jedoch in einem deutlich verringerten Ausmaß. In der Literatur gibt es Hinweise, dass CLA ebenfalls antidiabetogen, antithrombotisch sowie antiallergen wirken. Die CLA-Isomeren cis-9,trans-11 und trans-10,cis-12 werden als die biologisch wirksamsten Isomeren beschrieben, sie scheinen unabhängig von einander oder gemeinsam zu wirken. Bis heute ist die biochemische Wirkweise der CLA nicht ausreichend geklärt. Es bedarf weiterer Forschungstätigkeit um die Effizienz der CLA am Menschen zu prüfen. Eine Anreicherung von CLA in Lebensmitteln im Sinne von "Functional Food" oder eine Nahrungsergänzung in Form von Kapseln sollte erst nach eingehender toxikologischer Absicherung empfohlen werden. EU09/01

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 09/01 ab Seite 348.

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