Leserbrief zum Beitrag: Ernährungsverhalten im Rettungsdienst

  • 14.01.2026
  • Print-News
  • Philip Prinz
  • Victoria Heinrich
  • Jürgen Herbers

Auswirkungen von medizinischem Fachwissen von Mitarbeitenden des Rettungsdienstes auf das Ernährungsverhalten In ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2025, S. M596–M597

In dem Beitrag „Auswirkungen von medizinischem Fachwissen von Mitarbeitenden des Rettungsdienstes auf das Ernährungsverhalten“ aus der ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2025 wurden die Ergebnisse der Online-Umfrage zum Ernährungsverhalten Beschäftigter im Rettungsdienst von Victoria Heinrich, B.Sc., und Prof. Dr. med. Jürgen Herbers vorgestellt.
Die ERNÄHRUNGS UMSCHAU kündigt den Beitrag an mit dem Teaser: „Obwohl Rettungsdienst-Mitarbeitende täglich mit den Folgen ungesunder Ernährung konfrontiert sind und medizinisches Fachwissen besitzen, zeigt eine neue Studie: Fast jede*r Zweite konsumiert deutlich zu viel Zucker.“ Die Auswertung selbst kam zu dem Ergebnis, dass angeblich 48 % der Beschäftigten im Rettungsdienst über den Empfehlungen der DGE zur Aufnahme freier Zuckerarten lagen. Ein Blick auf die Methodik und die Ergebnisse zeigt, dass eine solche Aussage nicht zutrifft.
In der zugrunde liegenden Untersuchung wurden Beschäftigte im Rettungsdienst zu ihrem Essverhalten befragt. Daraus wurde der Gesamtzuckerkonsum abgeleitet. Mit 39 % ist der größte Anteil auf den Verzehr von Obst zurückführen.
Der Verzehr von freien Zuckerarten wurde hingegen nicht ermittelt. Insofern sind auch entsprechende Aussagen unzutreffend. Es sollte eine Korrektur des Beitrags erfolgen.
Die Definition der freien Zuckerarten umfasst alle Mono- und Disaccharide, die vom Hersteller, Koch oder Verbraucher zu Mahlzeiten und Getränken hinzugefügt werden, sowie die Zucker, die von Natur aus bereits in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthalten sind. Natürliche Zucker in Obst, Gemüse oder Milch sind in der Definition hingegen nicht enthalten und fallen unter die Definition der Gesamtzucker [1].

Dr. Philip Prinz
Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e. V.
Friedrichstraße 70, 10117 Berlin

Literatur
1. Ernst JB, Arens-Azevêdo U, Bitzer B, et al. für Deutsche Adipositas-Gesellschaft, Deutsche Diabetes Gesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland. Bonn, 2018. www.dge.de/fileadmin/dok/wissenschaft/stellungnahmen/Konsensuspapier_Zucker_DAG_DDG_DGE_2018.pdf  (last accessed on 13 November 2025).



Antwort der Autorin und des Autors zum Leserbrief

Herr Dr. Prinz moniert in seiner Leserzuschrift die Aussage im Artikel (Heinrich und Herbers 2025), dass etwa die Hälfte der Rettungsdienstangestellten zu viel freie Zucker zu sich nehmen würden. Er erläutert korrekt, wie freie Zucker definiert werden und kritisiert, der Verzehr von freien Zuckerarten sei nicht ermittelt worden.
In der der Veröffentlichung zugrunde liegenden Bachelorarbeit wurde auch der Anteil an Personen berechnet, die nach Abzug der Zuckerzufuhr durch Obst weiterhin einen zu hohen Konsum freier Zucker zeigten, nämlich insgesamt 30 Teilnehmende, was 24 % entspricht. Dies ist noch immer ein deutlich zu hoher Anteil an Teilnehmenden, die die Empfehlungen der DGE (Literaturstelle [1], s. o.) zum Konsum freier Zucker überschreiten.
Dr. Prinz hat allerdings recht mit der Angabe, dass hier missverständlich kommuniziert wurde, dass 50 % der Teilnehmenden zu viel freie Zucker zu sich nehmen; der Begriff wurde daher im Artikel in Klammern gesetzt – tatsächlich sind es 24 %.

Victoria Heinrich, B.Sc.
Prof. Dr. med. Jürgen Herbers

Internationale Hochschule IU



Diese Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2026 auf Seite M8.

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