Ernährungsmedizin: Darmerkrankungen erhöhen das Risiko für Schuppenflechte

Rund 1,5 Mio. Menschen in Deutschland sind von Schuppenflechte betroffen, einer chronischen entzündlichen Erkrankung der Haut und bisweilen auch der Gelenke und anderer Organe. Da Darmerkrankungen und Schuppenflechte häufig gemeinsam auftreten, untersuchten Forschende am Lehrstuhl für Epidemiologie der Universität Augsburg, ob es zwischen diesen beiden Erkrankungen einen Zusammenhang gibt.

„Dafür haben wir den sog. Mendelschen Randomisierungsansatz verwendet: Im Rahmen dieser Methode haben wir mithilfe mathematischer Modelle die Erbinformationen von beinahe einer halben Million Personen verarbeitet, die wir aus genetischen Studien hatten“, erklärt Dr. Dennis Freuer, Erstautor der Studie [1]. Sofern die genetischen Informationen auf eine ganz charakteristische Weise mit beiden Erkrankungen zusammenhängen, können mathematisch gesicherte Schlussfolgerungen über kausale Zusammenhänge gezogen werden.
Die Ergebnisse zeigten, dass Personen, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, ein erhöhtes Risiko aufweisen, dass später auch eine Schuppenflechte mit oder ohne Gelenkentzündung auftritt. Umgekehrt konnte kein Zusammenhang nachgewiesen werden. Die Analysen von Untergruppen legten nahe, dass insb. Morbus Crohn das Risiko erhöht. Bei Diagnose und Behandlung sei es wichtig, dass die zuständigen Disziplinen der beiden Krankheitsbilder zusammenarbeiten.

Literatur
1. Freuer D, Linseisen J, Meisinger C: Association between inflammatory bowel disease and both psoriasis and psoriatic arthritis: A bidirectional 2-Sample mendelian randomization study. JAMA Dermatol 2022; doi:10.1001/jamadermatol.2022.3682.

Quelle: Universität Augsburg, Pressemeldung vom 14.09.2022



Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2022 auf Seite M651.

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