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Lesetipp Heft 12/2025: Beratungskonzepte, Methoden und Qualifikationen in der ambulanten Adipositastherapie

  • 12.01.2026
  • News
  • Redaktion

Welche Beratungskonzepte kommen in der ambulanten Ernährungstherapie bei Adipositas tatsächlich zum Einsatz? Eine aktuelle Befragung von Ernährungsfachkräften zeigt eine große Methodenvielfalt – und deutlichen Nachholbedarf bei Supervision und Begriffsklarheit

Im ersten Teil der Publikation von Ehret und Benschop (EU11/2025) wurden auf Grundlage einer Befragung von 130 ambulant tätigen Ernährungsfachkräften Erfahrungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Monitoring-Instrumente und Evaluationsindikatoren betrachtet, um Handlungsempfehlungen zur Strukturverbesserung abzuleiten. In Teil 2 der Publikation wird untersucht, welche Beratungskonzepte, Methoden und Gesprächsführungstechniken die Ernährungstherapie bei Adipositas prägen und wie Ernährungsfachkräfte dafür qualifiziert sind.

Die Ergebnisse zeigen: In der Ernährungstherapie bei Adipositas kommen zahlreiche Beratungskonzepte und Interventionen zur Verhaltensmodifikation zum Einsatz. Besonders häufig genannt werden personen- bzw. klient*innenzentrierte Beratung, Motivational Interviewing sowie Methoden wie Zielvereinbarungen, Selbstbeobachtung und Rückfallprävention.

Auffällig ist die große Bandbreite an Zusatzqualifikationen, die von kurzen Fortbildungen bis hin zu umfangreicheren Weiterbildungen reicht. Gleichzeitig spielt Supervision bislang eine untergeordnete Rolle – obwohl sie als zentrales Element der Qualitätssicherung gilt.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie: Begriffe und Konzepte werden innerhalb der Berufsgruppe uneinheitlich verwendet. Diese fehlende Trennschärfe erschwert sowohl die Vergleichbarkeit von Studien als auch die transparente Darstellung ernährungstherapeutischer Leistungen. Die Autorinnen plädieren daher für ein einheitliches Begriffsverständnis und eine systematischere Dokumentation der eingesetzten Methoden.

Ernährungstherapie bei Adipositas geht weit über reine Ernährungsempfehlungen hinaus. Die Studie von Ehret und Benschop macht deutlich, welchen Stellenwert verhaltensbezogene Interventionen, beratungsmethodische Kompetenz und strukturierte Qualitätssicherung für eine wirksame, prozessgeleitete Versorgung haben.

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