Gewichtsmanagement bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen

  • 13.02.2020
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  • Johanna Breilmann
  • Annabel Müller-Stierlin
  • Uta Gühne
  • Reinhold Kilian
  • Thomas Becker
  • Markus Kösters

Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sind im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung in besonderem Maße von Übergewicht und einer daraus resultierenden höheren körperlichen Morbidität und Mortalität betroffen. Diese Probleme resultieren v. a. aus einer Kombination der gewichtssteigernden Wirkung von Psychopharmaka und ungünstigen Lebensstilfaktoren. Beide Aspekte stellen veränderbare Faktoren dar, sodass die Problematik einen zentralen Punkt in der Behandlung von Patienten1 mit schweren psychischen Erkrankungen einnehmen sollte. Die Einbindung der Kompetenzen von Ernährungsfachkräften in dieses Vorhaben ist vor diesem Hintergrund naheliegend.
Dieses Special gibt einen Überblick über schwere psychische Erkrankungen, die damit assoziierte Gewichtsproblematik, den Status quo hinsichtlich des Umgangs mit Übergewicht bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und einen ersten Überblick zu möglichen Lösungsansätzen.

Definition und Prävalenz schwerer psychischer Erkrankungen

Es gibt bisher keine einheitliche Definition der „schweren psychischen Erkrankungen“. Die S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ [1] greift bei der Beschreibung der Zielgruppe auf eine Definition von Ruggeri et al. (2000) [2] zurück. Demnach gehören v. a. Schizophrenien, schizotype und wahnhafte Störungen, schwere affektive Störungen (z. B. Depressionen), schwere Persönlichkeitsstörungen, schwere Angststörungen sowie schwere Zwangsstörungen dazu.

Gemeinsame Merkmale schwerer psychischer Erkrankungen sind eine lange Erkrankungsdauer (mindestens zwei Jahre) und eine Einschränkung der Aktivitäten des täglichen Lebens und des sozialen Funktionsniveaus. Schätzungen gehen von einer Prävalenz schwerer psychischer Erkrankungen in Deutschland von 1–2 % aus.

In dem vorliegenden Übersichtsartikel werden hauptsächlich die Erkrankungsbilder der Schizophrenie (inkl. Psychosen) sowie der affektiven Störungen berücksichtigt. Eine nähere Beschreibung dieser Diagnosen findet sich in • Tabelle 1.

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1 Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter gleichermaßen.



Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2020 von Seite M100 bis M107.

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