Ernährungsumschau

Lösungsbogen EU 09/15: Methoden zur Erfassung des Ernährungsstatus

Die jeweils richtige Antwort ist fett hinterlegt:

1. Das Screening-Instrument zeigt bei einem Patienten ein Ernährungsrisiko an. Wie ist das Ergebnis zu interpretieren?

  • Der Patient ist unterernährt. 
  • Der Patient ist mangelernährt. 
  • Der Patient ist wahrscheinlich mangelernährt bzw. hat ein Risiko für eine Mangelernährung. 
  • Das Screening sagt noch nichts aus, erst die Bestimmung von Körpergröße und -gewicht geben Aufschluss.


2. Welche Aussage über die Anamnese zur Erfassung des Ernährungszustands trifft zu?
 

  • Die Anamnese sollte stets vor dem Screening durchgeführt werden. 
  • Bei Durchführung von Screening und ggf. Assessment ist eine zusätzliche Anamnese nicht mehr gewinnbringend.
  • Zur Anamnese gehört auch eine Bestimmung des Spiegels von Serumproteinen und Mikronährstoffen. 
  • Die Anamnese umfasst neben der Abfrage von Ernährungsgewohnheiten auch die Krankengeschichte und das Erfragen eingenommener Medikamente.


3. Die krankheitsspezifische Unterernährung …

  • ist gekennzeichnet durch einen unkontrollierbaren Proteinkatabolismus. 
  • geht mit einer subklinischen Inflammation verbunden mit gesteigertem Energieumsatz einher. 
  • tritt v. a. auf bei Erkrankungen, die mit einer primär unzureichenden Energiezufuhr einhergehen.
  • tritt v. a. bei Infektionen oder Organerkrankungen auf.


4. Unterernährung kann bei Erwachsenen diagnostiziert werden über:

  • eine unzureichende Nahrungsaufnahme 
  • eine Armmuskelfläche < der 10. alters- und geschlechtsspezifischen Perzentile
  • einen BMI < 20,5 kg/m2
  • eine Trizepshautfaltendicke < der 10. altersund geschlechtsspezifischen Perzentile


5. Welche Aussage zum Body-Mass-Index (BMI) ist NICHT richtig?

  • Der BMI zeigt Änderungen der Muskelmasse an.
  • Der BMI zeigt bei Erwachsenen i. d. R. Änderungen der Körperfettmasse an. 
  • Ca. 80 % der Varianz bei der Körperfettmasse sind durch den BMI zu erklären. 
  • Ein BMI < 18,5 kg/m2 ist ein Kriterium für eine krankheitsspezifische Mangelernährung.


6. Welche Parameter geben bei Kranken einen sicheren Hinweis auf einen Eiweißmangel?
1. ein Serumalbuminspiegel < 35 g/L
2. ein Armmuskelumfang < 10. alters- und geschlechtsspezifischen Perzentile
3. ein Kreatinin-Größen-Index < 80 %
4. ein Serumkreatininspiegel < 50 μmol/L

  • Nur die Antwort 1 ist richtig. 
  • Nur die Antworten 2 und 3 sind richtig. 
  • Nur die Antworten 3 und 4 sind richtig. 
  • Alle Antworten sind richtig.


7. Welche Aussage zur Fettverteilung ist korrekt?

  • Ein Taillenumfang bei Männern von 80–92 cm zeigt laut WHO ein erhöhtes kardiometabolisches Risiko an. 
  • Ein waist-to-hip-ratio (WHR) von > 0,9 bei Männern ist nach WHO ein Indikator für eine androide Adipositas. 
  • Ein waist-to-hip-ratio (WHR) > 0,85 bei Frauen ist nach WHO ein Indikator für eine gynoide Adipositas. 
  • Das Verhältnis Taillenumfang zu Körpergröße ist laut WHO aussagekräftiger als der Taillenumfang zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos.

8. Welche Aussage zur bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA) trifft zu?

  • Die BIA ist eine relativ genaue Methode zur Bestimmung der Körperfettmasse, sofern sie unter standardisierten Bedingungen durchgeführt wird. 
  • Mit der BIA kann man die Proteinreserven des Körpers bestimmen.
  • Die Hautfaltendickemessung liefert genauere Daten zum Körperfettgehalt als die BIA, daher wird die BIA im klinischen Alltag kaum verwendet.
  • Die BIA wird insbesondere für ältere Menschen zur Bestimmung der Körperzusammensetzung empfohlen.


9. Welche Aussage zur diagnostischen Bedeutung der Muskelkraft bzw. -funktion trifft zu?

  • Die Muskelfunktion kann über die Messung der Handgriffstärke angezeigt werden. 
  • Eine Abnahme der Muskelkraft ist bei Sarkopenie diagnostisch nicht relevant.
  • Die Muskelfunktion nimmt später ab als die Muskelmasse, sodass letztere zuerst eine Mangelernährung anzeigen kann. 
  • Die Bestimmung der Muskelkraft ist nur durch einen Belastungstest möglich.

10. Ein 20-jähriger, 1,75 m großer Mann mit Schädel-Hirn-Trauma wiegt 50 kg. Vor seinem Motorradunfall vor 3 Monaten wog er 60 kg. Trotz einer hyperkalorischen Kost nimmt er nicht zu. Das C-reaktive Protein (CRP) ist stark erhöht. Wie ist sein Ernährungszustand zu bewerten?
1. Er ist unterernährt.
2. Er hat einen krankheitsassoziierten Gewichtsverlust.
3. Er hat eine krankheitsspezifische Unterernährung.
4. Er hat eine akutspezifische Mangelernährung.

  • Alle Antworten sind richtig. 
  • Nur die Antworten 1 und 2 sind richtig. 
  • Nur die Antworten 1, 2, und 3 sind richtig. 
  • Nur die Antworten 1, 2 und 4 sind richtig.
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