Special: Interaktionen zwischen Nahrung und Arzneimitteln

Einfluss auf die Pharmakokinetik von Arzneistoffen

Elisabeth Wisker, Kiel

Der Erfolg einer medikamentösen Therapie hängt von der Auswahl geeigneter Arzneimittel ab, aber auch davon, dass die eingesetzten Wirkstoffe in einem bestimmten Konzentrationsbereich und für eine gewisse Dauer mit dem Zielgewebe in Kontakt kommen. Niedrigere Konzentrationen können zu einem Therapieversagen, höhere zu Nebenwirkungen bis hin zum Tod führen.

Die Nahrung bzw. bestimmte Lebensmittel können die Bioverfügbarkeit von Arzneistoffen über unterschiedliche Mechanismen beeinflussen. Sie wirken sich v. a. auf die Pharmakokinetik, d. h. Absorption, Verteilung, Stoffwechsel und Ausscheidung dieser Stoffe aus. Wirkungsvermindernd ist durch die längere Verweildauer im Magen in vielen Fällen schon die gleichzeitige Zufuhr von Nahrung und Medikament. Milch/-produkte, Kaffee und bestimmte Kationen können je nach Wirkstoff ebenso die Bioverfügbarkeit vermindern.

Einige Inhaltsstoffe der Grapefruit dagegen steigern die Bioverfügbarkeit bestimmter Arzneistoffe erheblich; v. a. bei Einnahme von Kalzium-Kanal- Antagonisten und bestimmten Statinen (cholesterinsenkend) soll daher auf Grapefruitverzehr verzichtet werden. Für einzelne Arzneistoffe gibt es nicht immer einheitliche Befunde. Unterschiede in der verwendeten Kost oder der galenischen Zubereitung einzelner Wirkstoffe sowie individuelle Unterschiede in der Aktivität von Enzymen der Biotransformation können zu differierenden Ergebnissen führen. Hinweise zur korrekten Einnahme von Medikamenten und möglichen Wechselwirkungen mit Nahrungsinhaltsstoffen sollten sich auf dem Beipackzettel finden. 

 Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 03/10 ab Seite 142.

Die Literatur zu diesem Artikel finden Sie im Internet unter
www.ernaehrungs-umschau.de/service/literaturverzeichnisse/

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