Ernährungsumschau

Lösungsbogen EU 12/15: Jodstoffwechsel und Einflüsse auf Erkrankungen der Schilddrüse

Die jeweils richtige Antwort ist fett hinterlegt:

1. Das Jod in unserer Nahrung stammt v. a. aus …

  • tieferen Bodenschichten, aus denen es durch das Grundwasser ausgespült wird.
  • heißen Quellen, aus denen es verdunstet und dann wieder abgeregnet wird. 
  • dem Meer, aus dem es von Algen aufgenommen, konzentriert und z. B. durch Sonneneinstrahlung freigegeben wird. 
  • dem pflanzlichen Stoffwechsel, aus dem der Mensch es über den Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln aufnimmt.


2. Welche Aussage zur Jodzufuhr bzw. -aufnahme ist FALSCH?

  • Eine zu geringe Zufuhr (Jodmangel) verursacht zunächst eine kompensatorische Vermehrung des Kolloids in den Follikeln und eine Vergrößerung der Zellen der Schilddrüse (Hypertrophie).
  • Jod wird über den so genannten Kalium-Iodid-Koporter (KIK) in die Schilddrüse aufgenommen. 
  • Die durch eine zu geringe Zufuhr (Jodmangel) vergrößerte Schilddrüse wird als Struma bezeichnet. 
  • Überschüssiges Jod, das von der Schilddrüse nicht aufgenommen werden kann, wird über die Niere ausgeschieden.


3. Die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4) haben zentrale Aufgaben im Stoffwechsel. Das aktive Hormon T3 …

  • wird bei Überschuss in das inaktive Hormon T4 zur Speicherung umgewandelt. 
  • wird bei Bedarf aus dem inaktiven Prohormon T4 bereitgestellt. 
  • ist bei normaler Jodversorgung das Schilddrüsenhormon mit der höchsten Konzentration im Blut. 
  • wird in den Nebenschilddrüsen gespeichert.


4. In den D-A-CH-Referenzwerten unterscheiden sich die Empfehlungen für die Jodzufuhr zwischen Deutschland/Österreich und der Schweiz. Was ist der Grund dafür?

  • Der Jodbedarf ist aufgrund des niedrigeren Gehalts im Boden in Deutschland und Österreich höher als in der Schweiz.
  • Trotz intensiver Diskussionen konnten die verantwortlichen Wissenschaftler sich nicht auf einen einheitlichen Referenzwert einigen. 
  • In der Schweiz liegt der Fischkonsum traditionell knapp 25 % höher, sodass die Empfehlungen für Jod niedriger angesetzt werden können.
  • Die Bevölkerung in der Schweiz ist durch eine langjährige Jodmangelprophylaxe, die seit den 1920er Jahren besteht, besser versorgt.

5. „Kretinismus“ bezeichnet …

  • eine durch Selenmangel während der embryonalen Entwicklung hervorgerufene Schädigung der Schilddrüse. 
  • eine durch Jodmangel des Fetus verursachte Störung der Gehirnentwicklung. 
  • eine genetische Störung, bei der Jod nicht in die Schilddrüse aufgenommen werden kann. 
  • eine nur auf Kreta auftretende seltene Autoimmunthyreoiditis.


6. Jodmangel verursacht eine vermehrte Zellproliferation und dadurch ein autonomes Wachstum der Schilddrüse. Man unterscheidet zwischen aktiven und inaktiven Knoten. Welche Aussage zu ersteren ist zutreffend?

  • Funktionell aktive Knoten werden auch als autonome Adenome bezeichnet. 
  • Funktionell aktive Knoten scheiden nur so viele Hormone aus, wie der Organismus benötigt. 
  • Eine Knotenbildung in einer normal großen Schilddrüse ist ausgeschlossen. 
  • Funktionell aktive Knoten produzieren keine Schilddrüsenhormone mehr, sodass eine Substitution notwendig ist.


7. Zur Diagnose einer Funktionsstörung der Schilddrüse wird der TSHWert gemessen. Zwischen welchen Werten liegt er im Normbereich?

  • 4–13 mU/L
  • 1–8 mU/L 
  • 0,8–5 mU/L 
  • 0,4–4 mU/L


8. Ist der TSH-Wert erniedrigt, stimmt folgende Aussage:

  • Sind FT3 und FT4 erhöht, liegt eine manifeste Hyperthyreose vor.
  • Ist FT4 erniedrigt, liegt ein sogenanntes „Nieder-T3-Syndrom“ vor. 
  • Sind FT4 und FT3 erniedrigt, spricht dies für eine Jodkontamination.
  • Sind FT3 und FT4 normal, liegt eine subklinische Hypothyreose vor.


9. Welche der folgenden Aussagen zu autoimmun-bedingten Schilddrüsenerkrankungen (Autoimmunthyreoiditis, AIT) ist/sind richtig? 

1. Ursache für eine AIT ist eine genetische Disposition.
2. Die Hashimoto-Thyreoditis ist eine Bezeichnung für eine AIT, die mit einer Hypothyreose einhergeht.
3. Die Höhe der Jodzufuhr ist entscheidend für die Entstehung einer AIT.
4. Morbus Basedow tritt vor allem in Regionen mit hoher Jodversorgung auf.

  • Nur Aussage 4 ist richtig. 
  • Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig. 
  • Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig. 
  • Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.


10. Welches Spurenelement steht in einem engen Zusammenhang mit dem Stoffwechsel der Schilddrüse?

  • Selen 
  • Cobalt
  • Fluorid 
  • Mangan
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