Was kennzeichnet ambulante ernährungstherapeutische Interventionen bei Adipositas? Eine Befragung von Ernährungsfachkräften in Deutschland, Teil 2

  • 15.12.2025
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  • Janine Ehret
  • Nanette Ströbele-Benschop

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025

Teil 2: Beratungskonzepte, Interventionen zur Verhaltensmodifikation und zugrunde liegende Qualifikationen

Einleitung

Die Beteiligung von Ernährungsfachkräften (EF) an Interventionen zur Gewichtsreduktion gilt als eines von mehreren Elementen, die sich positiv auf die Wirksamkeit entsprechender Angebote auswirken [1]. Informationen zu Beratungskonzepten, die EF in diesem Rahmen einsetzen, werden in der Regel nicht näher beschrieben [1].

Nach Nußbeck umfassen die aus „therapeutischen Schulen“ abgeleiteten Beratungskonzepte sowohl die psychoanalytisch orientierte Beratung als auch die klient*innen-/personenzentrierte Beratung, die kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Beratung, systemische Ansätze sowie die lösungs- und ressourcenorientierte Beratung. Daraus resultieren Methoden bzw. Interventionstechniken, die konzeptspezifisch, aber auch konzeptübergreifender Natur sein können [2]. Angaben zur Nutzung solcher Methoden bzw. Interventionen und der zugrunde liegenden Qualifikationen sind bislang häufig ebenfalls nicht Bestandteil von Studien zur Gewichtsreduktion [z. B. 3, 4], obwohl diese als integrale Bestandteile von prozessgeleiteter Ernährungsberatung und -therapie gelten [5]. Kennzeichen der Ernährungstherapie sind u. a., dass Patient*innen „in einer klientenzentrierten, partnerschaftlichen Gesprächssituation […] Hilfestellungen [erhalten], die seine/ihre Kompetenzen und Bedürfnisse berücksichtigen und sich an seiner/ihrer Lebenssituation orientieren“ [6, S. 7]. Dabei sollen evidente Beratungsmethoden zum Einsatz kommen [6]. Ergebnisse einer früheren Befragung von EF in Deutschland zeigen, dass 75 % der Befragten verhaltenstherapeutische Interventionen im Rahmen der Adipositasbehandlung nutzen. ...

Abstract

Die Anwendung spezifischer Beratungskonzepte, Gesprächsführungstechniken und -methoden ist in ernährungstherapeutischen Interventionen (ETI) für Patient*innen mit Adipositas bislang unzureichend untersucht. Durch eine Befragung von ambulant tätigen Ernährungsfachkräften (EF) sollen Anhaltspunkte für die Nutzung der aus „therapeutischen Schulen“ abgeleiteten Beratungskonzepte sowie Interventionen zur Verhaltensmodifikation abgeleitet werden. Die befragten EF (n = 130) verfügen über zahlreiche Zusatzqualifikationen, die am häufigsten die personen-/klient*innenzentrierte Beratung umfassen. Interventionen zur Verhaltensmodifikation werden vielfach angewandt. Supervision spielt eine untergeordnete Rolle und sollte im Einklang mit Empfehlungen zur Qualitätssicherung stärker etabliert werden. Um den Stellenwert verschiedener Beratungskonzepte und Interventionen im Rahmen von ETI vergleichbar und transparent beurteilen zu können, sollte zunächst ein einheitliches Begriffsverständnis unter EF etabliert werden.



Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2025 auf den Seiten M725 bis M733.

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