Ernährungsumschau
Ernährungsreport 2018: Vier von fünf Verbrauchern wünschen sich ein staatliches Tierwohllabel. © BMEL/Thomas Koehler/photothek.net
Ernährungsreport 2018: Vier von fünf Verbrauchern wünschen sich ein staatliches Tierwohllabel. © BMEL/Thomas Koehler/photothek.net

Ernährungsreport 2018: Verbraucher wollen mehr Tierwohl

  • 05.01.2018
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Für den Ernährungsreport 2018 hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 1000 Deutsche nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Die Mehrheit der Befragten ist demnach bereit, mehr für Lebensmittel zu bezahlen, wenn die Tiere besser gehalten werden. Außerdem ist es drei Viertel der Verbraucher wichtig, dass ihre Lebensmittel aus der Region stammen.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt und Dr. Peter Matuschek (forsa) präsentieren den Ernährungsreport. © BMEL/Thomas Koehler/photothek.net
Bundesernährungsminister Christian Schmidt und Dr. Peter Matuschek (forsa) präsentieren den Ernährungsreport. © BMEL/Thomas Koehler/photothek.net

Um dies gleich vorwegzunehmen: Der dritte Ernährungsreport des BMEL ist eine Wiederholungsuntersuchung der Befragung zum selben Thema aus den Jahren 2015 und 2016. Dass sich aus der Befragung wirklich neue Erkenntnisse ergeben könnten, war somit nicht zu erwarten. Knapp über 1000 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren wünschen sich entsprechend Ähnliches wie in den vergangenen Jahren: So ist etwa Tierwohl wieder ein zentrales Thema der Deutschen.

Laut Umfrage sind 90 Prozent der Deutschen bereit, mehr für Lebensmittel zu bezahlen, wenn auch mehr zum Wohl der Tiere getan wird, als es die Gesetze vorschreiben. Vier von fünf Verbrauchern wünschen sich ein staatliches Tierwohllabel, welches die artgerechte Haltung bestätigt. Mehr als drei Viertel der Befragten möchte außerdem Angaben zu den Haltungsbedingungen und interessiert sich dafür, ob das Produkt fair und umweltverträglich erzeugt wurde und ob es gentechnikfrei ist. Das alles hat seinen Preis. Gleichzeitig offenbart der Bericht, dass mehr als die Hälfte der Deutschen auf preiswerte Lebensmittel achtet.

Woran orientieren sich die Käufer und wo kaufen sie ein?

78 Prozent der Verbraucher legen offenbar Wert darauf, dass ihre Lebensmittel aus ihrer Region stammen, davon mehr Frauen und ältere Menschen als Männer und jüngere Menschen. Für diese Angaben ist es bemerkenswert, dass Supermarkt (64 Prozent) und Discounter (35 Prozent) als bevorzugte Einkaufsstätten genannt werden anstatt Vorreiter für ein umfangreiches regionales Angebot – nämlich Fachgeschäft (30 Prozent), Bioladen/-supermarkt (11 Prozent), Wochenmarkt (9 Prozent) und Bauer / Hofladen (7 Prozent). Sie werden auf die hinteren Plätze verwiesen.

Vielleicht liegt es daran, dass mit 97 Prozent für fast alle Befragten im Vordergrund steht, dass ihnen ihre Einkäufe schmecken müssen und nicht jedes schmackhafte Lebensmittel auch in Deutschland wächst oder produziert wird. 

Der Bericht zeigt auch, dass für zwei Drittel der Befragten – und damit für mehr Menschen als in den Vorjahren (2015: etwas mehr als die Hälfte) – Hinweise auf Stoffe, die möglicherweise Allergien auslösen können, einen hohen Stellenwert haben. Ob diese Hinweise zu Inhalts-, Zusatz- und Hilfsstoffen, Allergenen, Mindesthaltbarkeitsdatum oder Nährwertangaben auch wirklich gelesen oder verstanden werden, wurde nicht gefragt.  

Ernährungsbildung soll in der Schule beginnen

Neun von zehn Befragten finden es wichtig, dass Kinder in der Schule die Grundlagen einer gesunden Ernährung erlernen. „Wir müssen die Ernährungsbildung im Stundenplan fest verankern – am besten als eigenes Schulfach“, wird Bundesernährungsminister Schmidt im Vorwort des Reports zitiert. Das Gleiche forderte er bereits zur Veröffentlichung des letzten Ernährungsreports, fragwürdig bleibt, ob aus Forderungen irgendwann tatsächlich Stundenpläne werden. Renate Künast (Grüne) versuchte in ihrer Amtszeit als Landwirtschaftsministerin bereits erfolglos die Kultusministerkonferenz (KMK) davon zu überzeugen.



Quelle und weitere Ergebnisse: Ernährungsreport 2018

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