Ernährungsumschau
© Foto Fraunhofer IFF
Mit der Handykamera wird das Objekt beleuchtet und die Farbreflexion gemessen. © Foto Fraunhofer IFF

Qualitätskontrolle per Smartphone: Neue App prüft Inhaltsstoffe von Lebensmitteln

  • 06.02.2017
  • News
  • Redaktion

Die App „HawkSpex (R) mobile" des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg soll es Verbrauchern künftig ermöglichen, Produkte wie Äpfel zum Beispiel auf Pestizid-Rückstände zu untersuchen. Teures Zubehör ist dafür nicht erforderlich: Das System muss lediglich Vergleichsmessungen erlernen.

Wie praktisch wäre es, wenn sich die Qualität von Lebensmitteln wie Obst und Gemüse ganz einfach mit dem Smartphone untersuchen ließe? Fraunhofer-Forscher haben kürzlich eine Anwendung entwickelt, die gleich zwei Vorteile verbindet: Der Qualitätscheck per Smartphone funktioniert ohne aufwändiges Zubehör wie ein Prisma, das vor die integrierte Kamera geklemmt werden muss. Außerdem ist das System lernfähig und könnte künftig von den Nutzern selbstständig um immer mehr Produkte erweitert werden.

App zum Patent angemeldet

Das System funktioniert über die Smartphone-Kamera, die einen breitbandigen dreikanaligen Sensor besitzt. Dieser kann alle Wellenlängen messen. Die Forscher haben hier das Prinzip einer Hyperspektralkamera umgedreht: Nicht die Kamera misst die Lichtintensität in den verschiedenen Farben, sondern das Display beleuchtet das Objekt nacheinander in Sekundenbruchteilen in einer Reihe von unterschiedlichen Farben. Wirft das Display also nur rotes Licht auf das Objekt, kann das Objekt auch nur rotes Licht reflektieren – und die Kamera nur rotes Licht messen. Auswertealgorithmen sorgen dann dafür, dass die App mit der begrenzten Rechenleistung eines Smartphones auskommt und die eingeschränkten Leistungen von Kamera und Display kompensiert.

Die erste Laborversion der auch zum Patent angemeldeten App ist fertig. Bevor sie jedoch für den privaten Nutzer veröffentlicht werden kann, entwickeln die Forscher verschiedene erste Anwendungen. Denn um analysieren zu können, ob sich Pestizide im Apfel befinden, muss das System zunächst über Vergleichsmessungen angelernt werden. Und auch die Nutzer könnten künftig – ähnlich der Arbeitsweise von Wikipedia – ihre Daten einbringen, indem sie etwa Lebensmittel mit der App vermessen und die Daten zum IFF schicken. Die Forscher prüfen dann die Messungen und schalten die Anwendung für alle Nutzer frei.

Ende 2017 könnte „HawkSpex (R) mobile" auf den Markt kommen.

Weitere Infos: Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

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