Ernährungsumschau
Gemüse und Fleisch. © tbralnina / iStock / Thinkstock
Durch fettreiche und kohlenhydratarme Ernährung wird die Ketose gefördert. © tbralnina / iStock / Thinkstock

August-Ausgabe: Fortbildung zur ketogenen Diät

  • 14.08.2017
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In der aktuellen Ausgabe der ERNÄHRUNGS UMSCHAU widmet sich der Fortbildungsartikel dem Einsatz, der Wirkungsweise und der Durchführung einer ketogenen Diät bei Epilepsien im Kindesalter und bei seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen. Außerdem geht es im August unter anderem um Ernährungssoziologie und eine Analyse der Food Start-up-Szene in der Region München.

Cover der August-Ausgabe. © UZV
© UZV

Wie beim Fasten führt die ketogene Diät (KD) dazu, dass anstelle von Kohlenhydraten Ketonkörper zur Energiegewinnung genutzt werden. Allerdings werden diese bei der KD aus den Fettsäuren der Nahrung und nicht aus den körpereigenen Fettreserven gebildet. Die KD ist eine anerkannte Therapieform für pharmakoresistente Epilepsien im Kindesalter und verschiedene seltene Stoffwechselstörungen. Bei verschiedenen anderen Erkrankungen wird ihr Einsatz diskutiert. Die Durchführung dieser Ernährungsform ist zeitaufwendig und mühevoll. Viele Esssituationen im Alltag, wie der Besuch im Restaurant oder das Essen bei Freunden und Verwandten, gestalten sich für die Patienten sehr schwierig. Mehr zu diesen Thema liefert der Artikel "Ketogene Diät – eine Herausforderung für Patienten und Fachkräfte" in der aktuellen Ausgabe ab Seite M444.

Wissenschaft und Forschung: In zahlreichen Leitlinien zur Prävention und Therapie von ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie etwa Stoffwechselstörungen ist die Ernährungsberatung (EB)/-therapie (ET) als substanzieller Baustein verankert. Regelungen zur Kostenerstattung finden sich für die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) im § 20 und § 43 des SGB V. Für die privaten Krankenversicherungen (PKV) gibt es kaum gesetzliche Vorgaben. Diese Uneinheitlichkeit führt zu Verunsicherung bei allen Beteiligten. Sigrid Hahn und Nicole Tieri haben mit einer Online-Befragung die Vorgaben zur Erstattung von Ernährungsberatungsleistungen bei zwölf GKV erfasst. Bei PKV ist die Kostenübernahme dagegen unklar.

Special: Ernährungsforschung ist derzeit in Deutschland überwiegend naturwissenschaftlich ausgerichtet, bildet aber die gesellschaftliche Bedeutung und Komplexität des Phänomens Ernährung nicht ausreichend ab. Möglicherweise liegt hier ein Grund dafür, dass trotz intensiver Forschung ökologische Fehlentwicklungen im Ernährungssektor und ernährungsmitbedingte Gesundheitsprobleme in einzelnen Bevölkerungsgruppen weiterhin zunehmen. Der Beitrag "Den Ernährungsalltag verstehen: Ein Beitrag der Ernährungssoziologie für eine interdisziplinäre Ernährungsforschung" von Jana Rückert-John ermutigt zu mehr interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Natur-, Kultur- und Sozialwissenschaften in der Ernährungsforschung (ab S. M436).

Im Focus: Die vier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Ernährungscluster haben unter anderem den Auftrag, Unternehmensgründungen im Ernährungssektor zu fördern. Das Innovationsbüro des bayerischen Clusters "enable" hat daher die aktuelle Gründerlandschaft in und um München einer genaueren Analyse unterzogen. Es wurden 51 Food Start-ups identifiziert, die ein breites Portfolio von Produkten und Dienstleistungen anbieten und dabei vor allem auf aktuelle Ernährungstrends fokussieren. Auffällig ist, dass 86 Prozent der Unternehmen auf ihrer Website gesundheitsbezogene Aussagen machen und angeben, mit ihren Produkten zur Gesundheitsförderung beitragen zu wollen (ab S. M460).

Ernährungslehre und Praxis: Die Hochschulgastronomie des Studierendenwerks Essen-Duisburg zeichnet sich als besonders nachhaltig agierende Gemeinschaftsverpflegung aus. So sind beipielsweise alle 18 gastronomischen Einrichtungen (Mensen, Cafeterien, Restaurants) Bio-zertifiziert und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden. Die ERNÄHRUNGS UMSCHAU hat mit Gerd Schulteterhusen, dem Abteilungsleiter der gesamten Hochschulgastronomie des Studierendenwerks Essen-Duisburg, über die Gründe für dieses Engagement, die praktische Umsetzung und den Spagat zwischen Investitionen, Nachhaltigkeit und Gästewünschen gesprochen – und erfahren, warum sich alle Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit lohnen (das Interview steht im Supplement).

Viel Freude beim Lesen des Heftes wünscht Ihnen das Team der ERNÄHRUNGS UMSCHAU!

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