Ernährungsumschau
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Wissenschaftler raten, erreichbare Zwischenziele zu definieren, um ein individuell gesundes Gewicht zu erreichen. © Rostislav_Sedlacek / iStock / Thinkstock

Gewichtsreduktion: Metabolisch gesunde Adipositas als erstes Ziel

  • 19.09.2017
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Starkes Übergewicht bedeutet ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Den Betroffenen hilft ein deutlicher Gewichtsverlust, viele schaffen die Vorgaben jedoch nicht. Wissenschaftler zeigen nun, dass die metabolisch gesunde Adipositas ein erstes Ziel sein kann, um sich vor gefährlichen Folgeerkrankungen zu schützen.

Menschen mit metabolisch gesunder Adipositas haben nur ein um 25 Prozent erhöhtes kardiometabolisches Risiko im Vergleich zu metabolisch Gesunden mit Normalgewicht. © DZD / IDM
Menschen mit metabolisch gesunder Adipositas haben nur ein um 25 Prozent erhöhtes kardiometabolisches Risiko im Vergleich zu metabolisch Gesunden mit Normalgewicht. © DZD / IDM

Welche Gewichtsabnahme bei adipösen Menschen reicht aus, um das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus deutlich zu senken? Von Fachgesellschaften werden häufig fünf bis acht Prozent empfohlen, allerdings liegt der Body-Mass-Index (BMI) nach diesem Gewichtsverlust bei vielen Patienten immer noch bei über 30. Erst bei einem BMI von 25 und kleiner ist von einem deutlichen Schutz vor Adipositas-bedingten Erkrankungen auszugehen.

In der Fachzeitschrift "The Lancet Diabetes & Endocrinology" zeigen Wissenschaftler der Medizinischen Klinik IV des Universitätsklinikums Tübingen, des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam anhand früherer und neuer Daten, dass eine metabolisch gesunde Adipositas auch in kleineren Schritten erreicht werden kann.

Dabei legen sie anhand von eigenen Daten der Tübinger Lebensstil Interventionsstudie dar, dass eine Gewichtsabnahme von mehr als zehn Prozent bei einem mittleren Ausgangs-BMI von 35 wahrscheinlich ausreicht, um vom „metabolisch kranken“ zum „metabolisch gesunden“ Übergewicht zu gelangen. Menschen mit metabolisch gesunder Adipositas weisen maximal einen der folgenden Risikofaktoren auf:

  • Bluthochdruck (Hypertonie),
  • gestörter Kohlenhydratstoffwechsel (Insulinresistenz),
  • Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie),
  • Bauchfettsucht,
  • erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) oder
  • Fettleber.


Es kann also ein lohnendes Ziel der Therapie sein, Adipositas langsamer zu verringern. Die Experten betonen aber auch, dass auch bei metabolisch gesunder Adipositas das Krankheitsrisiko im Vergleich zum metabolisch gesunden Normalgewicht um 25 Prozent erhöht ist. Langfristig sollten Betroffene dieses Gewicht erreichen.

Quelle: DZD



Original-Publikation: Stefan N, Häring H-U, Schulze MB. Metabolically healthy obesity: the low-hanging fruit in obesity treatment?. Lancet Diabetes Endocrinol 2017

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