Ernährungsumschau
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Abhängig vom Kohlenhydratanteil im Frühstück reagierten Probanden unterschiedlich auf unfaire Angebote. © lolostock / iStock / Thinkstock

Neurowissenschaft: Frühstückszusammensetzung beeinflusst soziale Entscheidungen

  • 13.06.2017
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  • Redaktion

Die Ernährung hat nicht nur Auswirkungen auf den Energiehaushalt des Körpers, sondern auf viele weitere biochemische Abläufe. Wissenschaftler der Universität zu Lübeck konnten anhand zweier Studien zeigen, dass die Nährstoffzusammensetzung des Frühstücks Einfluss auf das Verhalten in sozialen Situationen hat.

Prof. Dr. Soyoung Park und Prof. Dr. Sebastian Schmid. © Uni Lübeck
Prof. Dr. Soyoung Park und Prof. Dr. Sebastian Schmid leiteten die Studie. © Uni Lübeck

Das Verhältnis verschiedener Makronährstoffe zueinander steuert den Aminosäure-Haushalt im Körper, der wiederum maßgeblich mitbestimmt, welche Neurotransmitter im Gehirn zur Verfügung stehen. Um möglichst genaue Ergebnisse zu den Auswirkungen der Ernährung auf das soziale Entscheidungsverhalten zu erhalten, haben sich die Forscher auf das Frühstück konzentriert, da diese Mahlzeit auf nüchternen Magen eingenommen wird. 

In der ersten Studie wurden 87 Probanden gebeten, im Detail anzugeben, was sie zum Frühstück gegessen haben. Weiterhin wurden sie mit einem unfairen Angebot eines anderen Probanden konfrontiert, worauf sie reagieren konnten. Die Ergebnisse zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Makronährstoff-Komposition des Frühstücks und der Reaktion der Probanden auf unfaire Angebote gibt: Je höher der berichtete Anteil an Kohlenhydraten im zurückliegenden Frühstück war, desto sensibler reagierten die Probanden auf unfaire Angebote. 

Metabolische Werte und soziale Entscheidungen hängen zusammen

Diese Ergebnisse hätten die Forscher dazu motiviert, eine weitere gut kontrollierte Studie unter Laborbedingungen durchzuführen, in der sie einen kausalen Zusammenhang zwischen Makronährstoffkomposition beim Frühstück, biochemischen Abläufen und Verhalten herstellen wollten. Hierzu habe man den Probanden an zwei verschiedenen Tagen Frühstück mit unterschiedlicher Makronährstoff-Komposition serviert und anschließend ihre biochemische Reaktion mit Hilfe von regelmäßigen Blutabnahmen erfasst. In beiden Versuchsbedingungen sollten sie am späten Vormittag, wie in der ersten Studie auch, auf unfaire Angebote reagieren, berichtet der ärztliche Studienleiter Prof. Dr. Sebastian Schmid.

Das Forscherteam konnte die Ergebnisse der ersten Studie bestätigen; abhängig vom Kohlenhydratanteil im Frühstück reagierten Probanden unterschiedlich auf unfaire Angebote. Zudem konnten die Forscher zeigen, dass der Tyrosin-Spiegel der Probanden durch die Makronährstoff-Komposition deutlich beeinflusst wurde. Je höher der Kohlenhydratanteil und je niedriger entsprechend der Proteinanteil war, umso niedriger waren die Tyrosin-Spiegel am nachfolgenden Vormittag.

Darüber hinaus konnten die Forscher zeigen, dass die Veränderung des Tyrosin-Spiegels in einem direkten Zusammenhang mit den Reaktionen auf unfaire Angebote steht. "Low Carb"-Diäten wie zum Beispiel die Atkins-Diät beinhalten kein ausgewogenes Verhältnis von Kohlenhydraten und Proteinen und könnten so einen direkten Einfluss auf das soziale Verhalten haben.

Quelle: Universität zu Lübeck

Originalstudie: When food dictates your choice, the impact of nutrition on social decision making. Sabri-na Strang, Christina Hoeber, Olaf Uhl, Berthold Koletzko, Thomas F. Münte, Hendrik Lehnert, Raymond J. Dolan, Sebastian M. Schmid, and Soyoung Q. Park. PNAS.

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