Ernährungsumschau
Seniorin backt. © Halfpoint / iStock /Thinkstock
Zu Mangelernährung bei Senioren kann es kommen, wenn diese ihre Mahlzeiten nicht mehr alleine zubereiten können. © Halfpoint / iStock /Thinkstock

Mai-Ausgabe: Altern im Privathaushalt und Qualität von Ernährungs-Apps

  • 09.05.2017
  • News
  • Redaktion

Schwierigkeiten bei der Ernährungsversorgung im Privathaushalt können vor allem bei Hochbetagten langfristig zu Mangelernährung führen. Das Special in der aktuellen Ausgabe thematisiert alltagsnah Barrieren und Probleme, die unter anderem die Mahlzeitenzubereitung betreffen. Außerdem fokussiert ein Beitrag in der Rubrik Wissenschaft und Forschung Qualität und Limitationen von Ernährungs-Apps und zeigt, ob sie Anwendern eine Orientierungshilfe für den Energie- und Makronährstoffgehalt von Lebensmitteln bieten.

© UZV
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Zur Bewertung und Evaluierung von Apps mit Ernährungsbezug gibt es bisher kaum anerkannte und standardisierte Kriterien. Zudem fehlt meist die Transparenz hinsichtlich Datenschutz und Informationsquellen. Die im Beitrag „Ernährungs-Apps: Qualität und Limitationen” exemplarisch betrachteten Apps waren im Hinblick auf definierte Funktionen und Informationsqualität limitiert. Der Vergleich der Energie- und Nährwertangaben für Lebensmittel mit den Angaben einer auf der Datenbasis des Bundeslebensmittelschlüssels (BLS) basierenden Ernährungssoftware ergab, dass einzelne Nährstoffwerte um mehr als 50 Prozent abwichen (ab S. M260).

Special: Zu Mangelernährung bei Senioren liefert die Literatur eine Vielzahl von Ursachen und Auslösern. Probleme bei der Zubereitung von Mahlzeiten sowie den vor- und nachgelagerten Tätigkeiten werden dabei jedoch in der Regel nicht angesprochen. Der aktuelle Beitrag „Altern im Privathaushalt: Barrieren für die Ernährungsversorgung von Hochbetagten” arbeitet heraus, dass diesen Haushaltstätigkeiten bei der Prävention der Mangelernährung von Senioren im privaten Haushalt eine höhere Bedeutung beigemessen werden sollte. Für die Gruppe von hochbetagten Senioren, die nicht mehr gesund, aber auch noch nicht pflegebedürftig ist, wird mit einem morphologischen Ansatz aufgezeigt, wie sich Alterungsprozesse nachteilig auf die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Ernährung im Privathaushalt auswirken können. Dabei werden Schwierigkeiten, die beim Erbringen von Verpflegungsleistungen häufig auftauchen, anhand von realtypischen Beispielen erläutert (ab S. M270).

Interview zum Special: Mit immer höherem Alter und damit einhergehenden größeren gesundheitlichen Einschränkungen wächst die Hilfebedürftigkeit vieler Senioren. Unterstützung kommt dann oftmals von externer Seite, zum Beispiel in Form von Pflegediensten. Vor welchen Herausforderungen die Mitarbeiter hier im Alltag stehen und welche Chancen eine „fremde Hilfe“ im Privathaushalt bieten kann, erläutert Helga Noll, Leiterin eines Haus- und Familienpflegedienstes, im Interview mit der Ernährungs Umschau (ab S. M279).

Außerdem in diesem Heft

Im Focus: Der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hatte eine heikle Fragestellung als Rahmen: Es ging um die Bedeutung von Ernährungsforschung für die Gesamtgesellschaft. Der Kongress ist traditionell ein Podium gerade auch für junge Wissenschaftler/-innen, die noch an ihrer akademischen Karriere arbeiten. In dieser Phase bleibt nicht unbedingt Raum zur kritischen Selbstreflektion. Dies ist daher nicht zuletzt eine Aufgabe der „etablierten“ Institutsleiter. Leicht wird solche Kritik als Nestbeschmutzung oder in der Sache unbegründet abgetan, denn auch im Wissenschaftsbetrieb etablieren sich „selbsterhaltende“ Mechanismen. Da Forschungsgelder jedoch auch aus Steuermitteln stammen, muss sich die Wissenschaft der Frage nach der Relevanz ihrer Forschung stellen (ab S. M283).

Ernährungslehre und Praxis: Das Fasten im islamischen Monat Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islam. Jeder gesunde Erwachsene muslimischen Glaubens soll in diesem Zeitraum, dieses Jahr vom 27. Mai bis 24. Juni, von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Speisen und Getränke, aber auch unter anderem auf Rauchen und die Einnahme von Medikamenten verzichten. Dadurch verändern sich häufig der gesamte Lebensstil und Tagesablauf, was Veränderungen im Stoffwechsel mit sich bringen kann. Für chronisch Kranke ist das Fasten nicht obligatorisch. Trotzdem möchten viele von ihnen nicht darauf verzichten. In diesem Beitrag werden das Fasten im Ramadan sowie die Auswirkungen auf den Stoffwechsel vorgestellt. Auch mögliche Strategien zum Umgang mit Medikamenten und Diabetes mellitus werden thematisiert (ab S. S17 / Supplement).

Viel Freude beim Lesen des Heftes wünscht Ihnen das Team der ERNÄHRUNGS UMSCHAU!

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