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Eisenaufnahme bei Kleinkindern in Europa teilweise zu gering

  • 12.02.2015
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Eisenmangel ist weltweit eine der meistverbreiteten Mangelzustände. Insbesondere Kleinkinder sind aufgrund ihres sich schnell entwickelnden Gehirns gefährdet, Schäden zu erleiden. Ein Niederländisches Forscherteam hat in einer systematischen Übersichtsarbeit die Prävalenz von inadäquater Eisenaufnahme und Eisenmangel (Anämie) in europäischen Kleinkindern (6- bis 36 Monate alt) evaluiert. 

Für die Übersichtsarbeit sichteten die Wissenschaftler über 7000 Publikationen, von denen sie 44 Studien aus 19 europäischen Ländern in den Review-Artikel aufnahmen. Sowohl bei Säuglingen (6 12 Monate) als auch bei Kleinkindern (12 36 Monate) war die mittlere Eisenaufnahme in den meisten Ländern nah am empfohlenen Zufuhrwert. Jedoch fanden die Forscher auch beträchtliche Raten an inadäquater Eisenzufuhr: 10 Prozent in den Niederlanden und bis zu 50 Prozent in Österreich, Finnland und Großbritannien.

Bei Kleinkindern (12 36 Monate) lag die Prävalenz von Eisenmangel zwischen 3 und 48 Prozent. In der Altersklasse der Säuglinge wiesen 2 bis 25 Prozent einen Eisenmangel auf, mit höherer Prävalenz bei Säuglingen aus sozial benachteiligten Familien und wenn im ersten Lebensjahr Kuhmilch das Hauptgetränk war.

In beiden Altersklassen waren die Raten für Eisenmangelanämie in Osteuropa höher, mit ca. 50 Prozent, wohingegen die Prävalenz in den westeuropäischen Ländern durchschnittlich unter 5 Prozent lag. Die niederländischen Forscher schlussfolgern, dass die mittlere Eisenaufnahme von Säuglingen und Kleinkindern in Europa nah an der empfohlenen täglichen Zufuhrmenge liegt. Dennoch fanden sie teilweise hohe Raten von zu geringer Eisenaufnahme und Eisenmangelanämie.

Literatur:
Eussen S, Alles M, Uijterschout L et al. (2015) Iron intake and status of children aged 6-36 months in Europe: a systematic review. Ann Nutr Metab 66: 80 92

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